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künstliche Manöver zn nehmen. Allein er konnte nicht mehr ausder Festung heraus, weil die Piemontesen hinter ihm eben die-selbe auch von der Ostseite her umschlossen hatten, und seineBrigade war verwaist. Ehe aber die letztere Governolo erreichte,war dieser Posten in der Gewalt des Feindes.
Der Marsch der österreichischen Brigade schien in dem pie-montesischen Heerlager so bedenklich, zumal bei den reactionärenGesinnungen der modenischen Soldaten, rc., daß man sofort sichihr entgegenwerfen zu müssen glaubte. Man schickte sofort einstarkes Corps, die Brigade Regina, 1 Compagnie Scharfschützen,das Reiterregiment Genua und 2 Batterien, dessen Befehl Ge-neral Bava selbst übernahm, ab, welches bei Borgosorte über denPo setzen, und sich den Unternehmungen des Feindes jenseitsdes Po widersetzen sollte. Als sich das unnütz erwies, da Liech-tenstein schon wieder abgezogen, faßte Bava den raschen Entschluß,sich des Postens von Governolo zu bemächtigen und dadurchdie rechte Flanke des Blokadecorps zu sichern. Zur Vertheidigungdieser Ortschaft und der in derselben über den Miucio führendenBrücke waren unter Major Rukavina 3 Compagnien vom 2.Banal-Grenzregimente und 4 Geschütze aufgestellt. In 2 Kolon-nen, eine vom General Trotti, die andere vom General Bavaselbst geführt, näherten sich am 18. Juli um 11 Uhr Vormit-tags 6 Bataillone, 6 Escadrons und 15 Feuerschlünde dem Po-sten von Governolo, indeß die Scharfschützen unter HauptmannLion auf einigen mit Leinwand bedeckten Handelsbarken den Pohinunterfuhren, um unterhalb Governolo an's Land zu steigen.Major Rukavina, angegriffen, ohne Befehle aus der Festung,ohne Kenntniß der ganzen Lage der Dinge, glaubte sich verthei-digen zu müssen, und seine Infanterie und seine Geschütze ant-worteten dem überlegenen Feuer des Feindes mit der äußerstenStandhastigkeit. Als aber schon 2 Kanonen und 10 Pferdeaußer Gefecht gesetzt waren, die schwache Truppe von allen Sei-ten umringt und von der Uebermacht erdrückt war, die Brücke indie Hände der piemontesischen Scharfschützen fiel, war der Uebergangnicht länger zu verhindern, und Rukavina mußte den Rückzugantreten. Noch wurde ein Angriff der nachstürzenden piemonte-sischen Reiter tapfer zurückgewiesen, aber zwei, den Reitern nach-folgende Geschütze brachen mit Kartäschenschüfsen die geschlossenekleine Schaar, auf die sich nun Fußvolk und Reiterei warf, undwas nicht blieb oder entrinnen konnte, wurde mit dem tapfern ver-wundeten Major Rukavina gefangen genommen. Zwei Geschützefielen dem General Bava ebenfalls in die Hände, die andernbeiden entkamen mit dem kleineren Theile des Detaschements glück-