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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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ihn mit neugierigen Blicken. Es war bemerkenswerth, wie freund-lich und wohlgesinnt sich die piemontesischen Ortschaften, die dieOesterreichs durchzogen, ihnen zeigten, was letztere, im Vergleichmit den finsteren Mienen und den wilden Blicken, die man ihnenin der Lombardei größtentheils nachsandte, doppelt angenehm be-rührte. In Trnmello stimmte sogar eine große Menge der Ein-wohnerschaft in ein Hoch für Radetzky ein.

Da in Garlasco von einigen vorausgehenden Truppen einigekleine Ercesse begangen, Brod, Wein und Fleisch mitgenommenworden waren, so ließ der Feldmarschall gleich nach seiner An-kunft die Bewohner durch den Ortsvorstand reichlich entschädigen.Als auch die Leute der Wohnung, wo der Feldmarschall abge-stiegen war, klagten, man habe ihnen einiges genommen, so ver-anstaltete Oberst Schlitter eine Sammlung unter dem Hauptquartiereund sammelte die freiwilligen Gaben in seinem Hute ein. AuchRadetzky gab ein paar Goldstücke und an Zwanzigern, was ergerade bei sich hatte. Der Hut war bald gefüllt. Die Freudeder Leute über die, ihnen gewiß unerwartet zufließende reiche Ent-schädigung war unaussprechlich.

Radetzky verließ Garlasco wieder und ritt auf Trumello.So rückte Alles denn nahe jenen denkwürdigen Kampfplätzen, wodie großen blutigen Schlachten am Ende des vorigen Jahrhundertsgeschlagen wurden, deren Beschreibung schon in diesen Blätternversucht worden ist. Mit den Schlachten in dieser Ebene begannder General Bonaparte im Jahre 1796 seine glänzende Laufbahn.Hier schlugSuwarow wenige Jahre darauf, an derSpitze der verbünde-ten österreichisch-russischen Heere, die Schlachten gegen Moreau, Mac-donald und Jonbert, und wenige Miglien davon entfernt über-schritt der Consul Bonaparte den Po und machte den NamenMarengoS auf ewige Zeiten unvergeßlich. — Jetzt sollten dieOesterreichs die Namen Mortara, Gambolo und Novara derEwigkeit übergeben.

Die österreichische Brigade Strassoldo (das 10. Jäger-bataillon, 4 Bataillons Hohenlohe, 1 Batterie Sechspfünder und2 Schwadronen Radetzky), welche den Marsch des Corps vonWratiölaw auf dem kürzesten Wege über Sän Siro gegen Gam-bolo eröffnete, halte viele Mühe, ihr Geschütz und Fuhrwerk aufdem sandigen Boden fortzubringen. ES wurden daher nur 2Bataillone Hohenlohe auf diesem Wege weiter nach Sau Sirobeordert, der Rest der Brigade suchte wieder die Hauptstraße aufund folgte so der Colonne des Oberstlieutenant Schanz. SänSiro war von 5 Compagnien der Brigade Casale und Acquk,einem Zuge vom Reiterregimente Royal Piemont, 1 Compagnie