hatte 2 Escadrons Erzherzog Carl Uhlanen nach Lumello überdie Agogna detaschirt, von wo sie gegen Sartirana und Valenzastreiften. Sie hatten den Po zu beobachten und die tinke Flankedes Heeres zu decken. Ihre Erscheinung verursachte in TurinBesorgnisse, die nächste Verbindung zwischen Alessandria und derköniglichen Armee war nun unterbrochen. — F.-M. Radetzkyblieb die Nacht in Trumello, am oberen Ende des Dorfes ineinem alten Schlosse.
Ueber den Sieg bei Mortara und das Gefecht bei Gambolowar man im k. k. Hauptquartier äußerst erfreut und zufrieden.Alle Truppen, die bei diesen Kämpfen waren, hatten mit wahremHeldenmuthe gekämpft. Der alte Feldmarschall, die Hände ausdem Rücken, spazierte mit höchst vergnügtem Gesichte umher,bald hier mit einem Officier sprechend, bald dort einem Soldatenfreundlich zuwinkend*). Dann erließ er nachstehendes Armee-bulletin: „Hauptquartier Trumello, 22. März. Am 20. warder uns aufgekündigte Waffenstillstand abgelaufen; die Armee hattedurch eine rasche Flankenbewegung ihre Kräfte concentrirt, undging mit gewissenhafter Beobachtung der Ablaufsstunde des Waffen-stillstandes, 12 Uhr Mittags, bei Pavia über den Ticino. Ein großerTheil der Kräfte des Feindes stand bei Novara und Vigevano.Durch unsere Flankenbewegungen wahrscheinlich überrascht, hatteer zur Deckung seines bedrohten Rückens den Punkt Mortarastark besetzt. Hier stieß unsere Vorhut, unter Befehl Sr. kaiser-lichen Hoheit des F.-M.-L. Erzherzogs Albrecht auf den Feind;es entspann sich sogleich ein Gefecht, das besonders heftig mitKanonenfeuer geführt wurde. Inzwischen bildeten sich unsereSturmcolonnen, die Stadt wurde genommen. Gegen 1000 Ge-fangene, 5 Kanonen, 10 Pulverkarren und eine Kriegskasse sindTrophäen dieses glänzenden Gefechts. Während dieses in Mor-tara vorging, bestanden die Brigaden Strassoldo und Wohlgemuthein nicht minder glänzendes Gefecht bei Gambolo gegen eine
*) Hcickländer, der diesen Feldzug ün Hauptquartiere Radctzky's mitgemachthat, sagt: „Es war wirklich eine Seligkeit, dem Manne zuzuschauen,wie er so unter seinen Leuten stand und wie jedes Auge an ihm hingund Jeder glückselig war, wenn er nur einen Blick von ihm erhäschte.Das Herz war Einem so voll, man hätte jeden Augenblick „Hoch Radetzky i"rufen mögen." — In Trumello ging Radetzky auch zu den Grenadieren,die am Thore Posten standen, zog seine Börse heraus, zeigte jedem zweiZwanziger, und da die Soldaten auf Posten nichts annehmen durften, solegte er jedem seinen Theil auf einen Stein, der sich hinter ihm befand.„Ein solches glückseliges Schmunzeln, wie bei dieser Gelegenheit auf denGesichtern der Grenadiere glänzte, habe ich lange nicht gesehen, sagtHcickländer weiter. Ich hätte Niemanden rathen wollen, dieses geweihteGeld nur mit einem Finger anzurühren."