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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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beging. Vergessen und vergeben soll die Vergangen-heit seyn, versöhnt sich die Hand reichen, was noch vor Kur-zem in unglücklicher Verblendung feindlich einander gegenüberstand. Nochmals, Herr Präsident, empfangen Sie als Organmeiner neuen Mitbürger meinen wärmsten Dank und die Ver-sicherung meiner höchsten Werthschätzung und Verehrung")."

Noch viele Städte übersendeten ihre Bürgerdiplome demFeldinarschall, so daß Radetzky jetzt Ehrenbürger in 26 verschie-denen Städten der Monarchie ist.

Auch Adressen liefen von den verschiedensten Seiten an Ra-detzkt) ein — lauter Zeichen der Verehrung, der Anerkennung unddes Dankes. Ausgezeichnet gehalten war die an Marschall Ra-detzky gerichtete Glückwunschadresse des preußischen Gardccorps.Dabei zeigte dieselbe, daß nicht alle Preußen solche Oesterreicher-Fresser sind, wie ein Theil der Organe der öffentlichen Meinung.Gleich der Eingang der Avr^sse beweist, daß in der preußischenArmee die Erinnerung an die Tage nicht verschwunden ist, wodie deutschen Heere auf den Schlachtfeldern von Dresden, Culm,Leipzig bis Paris die Mühen des Kampfes und die Ehre desSieges getheilt. „Fünfunddreißig Jahre (so beginnt die Adressedes preußischen Gardecorps) sind seit jener denkwürdigen Zeitverflossen, wo Oesterreichs und Preußens Heere in Waffenbrü-derschaft zusammenstanden und treuen Sinnes das Recht und dieEhre Deutschlands verfochten. ... Als in letzter Zeit das Schwertan Oesterreichs Grenzen gezogen wurde, war das Herz unseresHeeres bei unseren alten Kriegsgefährten ..." — In der Ad-resse der sächsischen Nation in Siebenbürgen an Radetzky lesenwir des Helden Feierung in folgenden Sätzen: „.. . Ein Sternder sichern Hoffnung hat der Name Radetzky in der dunkelnNacht schwerer Drangsale der Nation gestrahlt, ihren Muth er-höht, ihre Ausdauer für ein einiges und mächtiges Oesterreichund für ihr angestammtes Fürstenhaus erhalten. Mit dem Jubel

*) Die Bürger Wiens sandten an Radetzky 6 Lithographien von ihm,, mitder Bitte, er möge ihnen eigenhändig einige Worte darunter schreiben:— sie erbaten sich dieß zum Andenken von ihrem neuen Mitbürger.Radetzky, dem diese Porträts zukamen, war keinen Augenblick verlegen,und schrieb:

„Kein Einzelner erfocht den Preis,

Der letzte Mann im HeereSteckt auf den Hut den LorbeerreisUnd theilt des Kampfes Ehre."

Daß der Held gerade diese Verse von Zedlitz (Soldatenbüchlein) wählte,bezeichnet wohl mehr als Alles die Biederkeit und Bescheidenheit seinesHerzens.