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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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und Glück bald wieder in das schwergeprüfte Vaterland zurück-kehren werden. Sollten jedoch die Stürme, die es heimsucht,noch nicht ausgetobt haben, so sind wir heute, wie jüngst bereit,den letzten Blutstropfen für einen geliebten Kaiser, für den Ruhm,die Ehre und die Einheit des Vaterlandes freudig zu verspritzen.Das sind meine, das sind eure Gesinnungen, ihr habt sie mirauf so manchem Schlachtfelde gelobt, und bis jetzt treu und ehr-lich erfüllt."

Der Kaiser von Oesterreich verlieh dem F.-M.-L. Heß dasGroßkreuz des Leopoldordens, dem F.-M.-L. Schönhals denOrden der eisernen Krone erster Klasse, und noch vielen anderentapfern und verdienten KriegSmänuern Dekorationen. — Ordens-verleihungen sind immer ein schönes militärisches Fest. Ein sol-ches war namentlich daS, was in Giardino publico in Mailandabgehalten wurde. — Nachdem F.-M. Radetzky mit einem zahl-reichen Gefolge von Generalen, StabSofficieren, rc., welchem dieErzherzoge sich angeschlossen hatten, bei der Fronte der aufgestell-ten Regimenter vorübergeritten war, wobei ihn lautes, donnern-des Lebehoch empfing und begleitete, stieg er vom Pferde undließ die tapferen Krieger vor ven Regimentern zusammentreten.Bei dem namentlichen Aufrufe derselben fehlten leider! viele, undvon einigen, denen die große goldene Medaille bestimmt war,meldete der Oberst dem Felbmarschall, der Mann liege hoffnungs-los darnieder, oder er sey an seinen Wunden gestorben. Auchvon denen, welche vortraten, hatten einige noch den Arm in derSchlinge und andere sahen blaß und angegriffen aus. Aber alsnun der Feldmarschall vor sie hintrat, sie selbst aufrief und ihnenmit herzlichen Worten die Medaillen mit dem roth und weißenBande an die Brust heftete, da glänzten die Augen, da färbtesich manche blasse Wange roth, manche rothe schneeweiß, aberAlle waren sichtlich ergriffen von dem schönen Moment. Eineherrlichere Erinnerung an diese glorreichen Feldzüge kann denSoldaten auch nicht verbleiben, als diese hochgeschätzte Medaille,als Zeichen der Tapferkeit, verbunden mit dem Gedanken, daßVater Radetzky selbst sie ihm angeheftet habe ).

*) Hackländcr, der dieser Ordensaustheilung beiwohnte, setzte der Beschrei-bung derselben bei: „In der Heimath dieser decorirten Soldaten erregtdie Nachricht meistens eine große Freude. Der Schulze oder Bürger-meister des Orts verliest auf öffentlichem Platz, daß „des Andrescn seinSohn" die Medaille erhalten, und eigenhändig vom Felbmarschall Ra-detzky. Jubel herrscht in dem Dörfchen, und eine lustige Tanzpartickrönt meistens das patriotische Fest. Man hat mir Fälle erzählt, daßdie armen Anverwandten eines decorirten Soldaten bei solcher Gelegen-heit von dem ganzen Dorf auf's reichlichste beschenkt wurden."