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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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gefordert und ihr die nahe Ankunft des Belagerungsgeschützesangezeigt. Umsonst.

In der östlichen Romagna hatte sich inzwischen eine SchaarFreiwilliger vereinigt, um den Republikanern in Bologna zu Hilfezu eilen. Von Jmola her näherte sich dieselbe, unter AnführungMontan'ni's, am 13. den österreichischen Vorposten; sie führte 4Geschütze mit sich. Sogleich wurde auch in Bologna ein Aus-fall beschlossen, und Nachmittags mit 400 Soldaten und einemHaufen Facchini ausgeführt. ES war aber so wenig Ordnung undZusammenhang in diesem Ausfalle, daß die ganze Colonne, sorg-los vorgehend, in einen Hinterhalt gerieth. Ein mörderischesFeuer der steierischen Schützen und zweier Geschütze, und ein Rei-terangriff von einer Escadron Windischgrätz-Chevaurlegers (Bri-gade Pfanzelter) brachten den Hansen in völlige Auflösung. Eingroßer Theil fiel in die Gefangenschaft; etwa 100 Mann, meistSchweizer, welche sich in ein Haus geworfen und die Aufforde-rung zur Uebergabe mit Flintenschüssen beantwortet hatten, fandenden Tod in den Flammen oder sie fielen unter den Bajonettender Stürmenden; nach der Stadt entkamen nur wenige Facchini.Montarini's Colonne hingegen hatte, sobald sie das Mißgeschickder Freunde wahrnahm, eiligst den Rückzug nach Jmola ergriffenund dabei 3 Kanonen im Stiche gelassen.

Bei F.-M.-L. Wimpffen waren die Mörser eingetroffen, mitihnen der Gouverneur von Mantua, General Gorzkowsky, selbst.Am 14. Mai, Abends 10 Uhr, wurden ein paar große Bombennach Bologna hinein geworfen. In der Hoffnung, diese Musterseyen zur Belehrung ausreichend, und immer von dem Wunschebeseelt, die schöne Stadt zu schonen, sandten die österreichischenGenerale am 15. noch einmal einen Parlamentär mit Festsetzungeiner letzten Frist bis 12 Uhr Mittags. Sie verstrich fruchtlos;das Bombardement begann, es brach Fener aus, und schon umhalb 2 Uhr wehte von allen Thürmen die weiße Fahne. DieStadt erhielt eine gnädige Kapitulation. Die Waffen wurdenabgeliefert, die Barricaden wurden weggeschafft, die Freiheits-bäume umgehauen, rc. Am folgenden Tage, Abends 6 Uhr, zogendie Oesterreichs in Bologna ein.

F.-M.-L. Wimpffen sollte hierauf den Marsch nach Anconaantreten. Die Brigade Pfanzelter ging ihm sogleich voraus. DerMarsch durch die Romagna glich einem Triumphzuge. Allent-halben wurden die Truppen von dem Landvolke als Befreier be-grüßt, die Freiheitsbäume unter lautem Jubel umgehauen. Ferraraunterwarf sich ebenfalls, aber ohne Widerstand. General Thurnbesetzte diese Stadt mit 4000 Mann.