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Die österreichische Vorhut erschien am 25. Mai vor Ancona,wo ein gewisser Garibaldi und Zambeccari eommandirten, undwurde mit einem gutgezielten Geschützfeuer empfangen*). Anconaist sehr fest, und muß, wenn es entschlossene Vertheidiger enthält,mittelst regelmäßiger Belagerung genommen werden. Schon einewirksame Blokade ist mir unter Mitwirkung einer Flotte durchzu-führen. In der Festung befanden sich -4000 militärisch organi-sirte Bewaffnete und aus den Wällen standen 119 Feuerschlünde.Noch war die Stärke des nur aus 3 schwachen Brigaden be-stehenden Blokadecorps für eine vollständige Einschließung auf derLandseite nicht ausreichend. Eine zweitägige Bewersung mit Gra-naten und Raketen sowohl von der Landseite als von einigenauf der Rhede eingetroffenen k. k. Kriegsschiffen, unter Befehldes österreichischen Vizeadmirals Dahlerup, vermochte die Be-satzung nicht einzuschüchtern.
Es wurde nun unternommen, der Stadt das Brunnenwasserzu entziehen. Sämmtliche Wasserleitungen wurden durchschnitten;noch blieb eine übrig an der Südseite der Stadt, bei dem DorfeSanta Margherita. Die Republikaner hatten den Ort tüchtigbarricadirt und besetzt. Eine Compagnie vom österreichischenzehnten Jägerbataillon überraschte den Ort in der Nacht vom31. Mai, erstürmte die Barricade, vertrieb den, an Zahl weitüberlegenen Feind und bemächtigte sich, freilich nicht ohne Verlust, derWasserleitung, welche sogleich zerstört wurde. Wie es nun Tagwurde, erkannte der Feind von einer nächstgelegenen großen Re-doute her die geringe Zahl der Besatzung des Dorfes, und unter-nahm auf dieselbe einen nachdrücklichen Ausfall. Die tapfernJäger schlugen den Feind zurück und behaupteten den Ort. Leider!verlor das zehnte Jägerbataillon einen seiner ausgezeichnestenOfferiere, den Hanptmann Beck.
Zu den bisherigen Brigaden des F.-M.-L. Wimpffen kamenzwei neue hinzu, ebenso einiges Belagerungsgeschütz. Dasösterreichische Seegeschwader fing eine Sendung von Munitionund 6000 Flinten auf, welche ein Kausfahrer, unter englischerFlagge, nach der Stadt bringen wollte. Das Bombardementwurde seit dem 10. Juni mit Nachdruck betrieben, verschiedeneAusfälle der Belagerten mißglückten, und am 19. verlangte dieStadt zu capituliren. Die Besatzung durste mit Kriegsehren aus-rücken und es wurde den Individuen freigestellt, sich nach ihrerHeimath zu begeben oder sich dem Pabste neuerdings zu verpflich-ten. Die Schlüssel von Ancona sandte F.-M. Radetzkp dem
') Unter anderm entriß eine Granate dem zehnten österreichischen Jäger-bataillon die vorzüglichsten Männer seines Musikcorps.