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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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591
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feuer mehrere Batterien, sowohl nächst der ersten Absprengungder Brücke und in der Biegung des EisenbahndammeS als aufSän Giuliano, wohin von Malghera her ein, auf Pontonsruhender Steg erbaut wurde, sodann auf dem Damme des südwärtsgehenden Kanals von Fusina. Das Feuer dieser Batterien wartheils aus diejenigen des Feindes, theils auf dessen Schiffe ge-richtet. Vom 28. Mai, als die erste dieser Batterien in Thätig-keit trat, zeigte sich bis zum 29. Juni kein befriedigender Erfolg.Was während des Tages zerstört wurde, stellte der thätige Feindin der Nacht wieder her. Bon Sän Giuliano erreichten nureinzelne Bomben die Stadt. Glücklicher war man gegen dieSchiffe, eines wurde in Grund gebohrt, mehrere beschädiget, unddie Flotille veranlaßt, sich zurückzuziehen, so daß sie den Eisen-bahndamm nicht mehr beschießen konnte. Ein Angriff, welcheram 6. Juni, unter Mitwirkung einiger Schiffe, auf die Werke derim südlichen Theile der Lagunen gelegenen Stadt Chioggia, undnamentlich auf das mit 70 Geschützen vertheidigte Fort Brandolo vonösterreichischer Seite unternommen wurde, stieß auf unüberstekg-liche Hindernisse und mußte aufgegeben werden. Man wußte,daß jene Puncte mit der Uebergabe von Venedig von selbst fallenwürden, und daß ihr Besitz auf die Einnahme dieser Stadt nichtvon entscheidender Einwirkung seyn dürfte; aber der große Vor-theil, den man erreichen wollte, hätte in der Verkürzung derEinschließungslinie bestanden, wodurch weniger Leute den verderb-lichen Einflüssen der in jener Gegend überaus ungesunden Luftunterzogen geblieben wären. Eine neue Batteriebaute wurde an-geordnet, und vom 4. bis 15. Juli das Feuer mit solcher Leb-haftigkeit fortgesetzt, daß in diesem Zeitraume 11,137 Kugeln undBomben nach den Werken Venedigs geschossen wurden, aber immernoch stellte sich kein auffallendes Ergebniß heraus. Am 7. Juliunternahm eine Schaar von 40 kühnen freiwilligen Oesterreicherneinen Ueberfall auf die feindliche Brückenbatterie, überraschte denPosten, vernagelte die Geschütze, überzeugte sich aber bald vonder Unmöglichkeit, sich daselbst festzusetzen, und kehrte wieder nachder früheren Aufstellung zurück. Ihr Anführer, HauptmannBrüll, war an der Spitze seiner Tapfern gefallen.

Es wurden Versuche angestellt, mittelst Luftballons Bombenaufsteigen zu lassen. Bei Erreichung des Scheitelpunktes derStadt Venedig sollte sich die Bombe von ihrem Ballon abtrennenund herabfallen. Die Zufälligkeiten des Windes, welcher in denoberen Luftschichten in anderer Richtung blies als in der untern,ließen diese Versuche mißglücken, denn die Bomben fielen alle ins