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Wasser.*) — Besser bewährte sich ein anderer Versuch, zuwelchem der Artilleriemajor Trnka von dem F.-M.-L. Thurn be-auftragt wurde, nämlich aus Vierundzwanzigpfünderkanonen untereinem Winkel von 45 Grad glühende Kugeln zu schießen, undsie in dieser Weise mit verstärkter Ladung bis aus die Entfernungvon 300 Klaftern zu treiben. Auf den gewöhnlichen Lastetenläßt sich dem Geschützrohr jene Erhebung nicht geben, man kannzwar mit Eingraben des Laffetenschweifes nachhelfen, dann wer-den sie aber durch die Gewalt des Rückstoßes zuschanden ge-richtet. Die Geschützrohre wurden demnach auf eigens verfertigteSchleifen gelegt, welche aus zwei aneinander mit Querbolzeuverbundenen Blockhölzern bestanden, und in welchen eine Aushöh-lung für das Geschützrohr angebracht war. So wurden sie aufdie unter 45° angelegten Bettungen eingeführt. Zwei dieser Bat-terien, welche zusammen 6 Vierundzwanzigpfünderkanonen und2 dreißi'gpfünbige Pairhans enthielten, waren im Fort Giuliano,eine dritte zu 2 Kanonen vor dem ersten Absprung der Brückeangebracht. Am 29. Juli um 11 Uhr Nachts begann das Feueraus diesen Batterien mit glühenden Kugeln nach Venedig. DieKanonen wurden mit neun Pfund Pulver geladen und überwar-fen sich bei jedem Schusse, alle Kugeln aber erreichten die Stadt,stürzten beinahe senkrecht auf die belebtesten Stadttheile herab,zerstörten die Dächer, zündeten, warfen die Straßen voll Schutt;der wesentlichste Erfolg jedoch bestand in der moralischen Einwir-kung: sie brachten Schrecken unter das Volk. Die Idee derUnüberwindlichkeit begann aus den Gemüthern zu weichen. Inähnlicher Weise wurde von Campalto her aus 2 Kanonen diean der Nordseite der Stadt gelegene Insel Murano beschossen.Nebenbei bedielt die Bewerfung des Forts Sän Sccondo und derfeindlichen Brückenbatterie ihren regelmäßigen Fortgang. Vom29. Juli bis 22. August wurden im Durchschnitte täglich 450 Ku-geln zu 24 Pfund, 130 Granaten und 400 Bomben verbraucht.
Wie früher Wasser und Schlamm die Beharrlichkeit derBelagerer auf harte Proben gestellt hatte, so waren es seit demJuni die stechende Sonnenhitze und der tiefe, glühend heiße Sandder Ufer, welche die Beschwerlichkeiten der Arbeit erhöhten undden Krankenstand mehrten. Fieber schadete den Soldaten nament-lich sehr.
Um diese Zeit litt Venedig bcr-its sehr an Lebensmittelmangelund durch Hunger. Ungesundes Segala-(Roggen-) Brod war
*) Dennoch wird versichert, diese Erfindung beruhe auf sorgfältigem Studiumund dürfte dereinst nach mehreren zur Vervollkommnung führenden Erfah-rungen wesentliche Wirkungen herbeiführen.