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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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. die Hauptnahrung; ein Huhn kostete zwanzig Zwanziger, war» aber im Juli bereits nicht mehr zu haben; ein Pfund Fleischkostete 5 Zwanziger, und war nur aus ärztliches Certificat zuhaben; Wein war gar nicht mehr zu bekommen; am Eise undselbst am Wasser Mangel; das Wasser mußte mit Weingeist,Syrup, und, da diese beinahe ganz fehlten, mit Essig trink-bar gemacht werden. Ein Patriot verfaßte hierauf folgendesEpigramm:

„Lotto li tempj äsi ttrsnniVsvevimo vin 6i uohue anniLotto Aksnin et lomsseo

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Auch in Venedig herrschten viele Fieber, die durch das ewigeFischeessen ohne Wein und mit wenig Oel, u. dgl. erzeugt wur-den. Zuletzt kam noch die Cholera hinzu. Allein jeder Schreinach Kapitulation wurde durch die Tyrannei des Manin, Tomaseo,Sirtori, Ulloa, Baldiserotto, rc. gewaltthätig unterdrückt. DerPalast des Patriarchen Cardinal Monaco wurde gestürmt, weildieser Prälat als Urheber einer, auf Uebergabe hinwirkenden Bitt-schrift bezeichnet wurde. Milanopolo, Befehlshaber der venetia-nischen Flotille, welcher die gedrängte Lage Venedigs entwickelte,und mit beredten Worten auseinanderzusetzen suchte, wie klug eSwäre, den Zeitpunct zu benutzen, um allenfalls eine günstige undehrenvolle Kapitulation zu erhalten, wurde von den wüthendenParteimännern gepackt, hinausgeschleppt und sogleich öffentlichhingerichtet. Venedig sollte eine freie Stadt bleiben. Höchstenswollte man Oesterreich eine Art Schutzherrlichkeit einräumen.Daraus konnte von Seite dieser Macht natürlich nicht eingegan-gen werden. Noch am 1. August unternahmen die Venetianervon Brandolo her einen Ausfall, drängten die österreichischenVorposten zurück und schafften 200 Ochsen, welche, wie es scheint,in der Folge vorheriger Bestellung in der Gegend bereit stunden,nach der nothleidenden Stadt. Allein dieses hielt das herein-brechende Geschick von Venedig nicht ab.

Neue österreichische Truppen waren bereits vor Venedig ein-getroffen, z. B. die Brigade Dirkes (früher Thun). Der Generalder Kavallerie Gorzkowsky übernahm den Befehl des Bela-gerungscorps, welches immer enger Venedig einschloß. Täglichkamen Stadteinwohuer, oft von den besten Classen, in Haufenan die Blocuslinie, und baten um Durchlaß, um die Stadt ver-lassen zu können. Allein man muß sie zurückweisen; doch erfrischteman sie mit Wein und Brod.

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