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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſt XXIX. Von Einmachung der Fruͤchten. 257

ÜÜÜn,Nbeſtehet darinnen/ daß man offt daſſelbige beſichtige/ das angeſtoſſene/ und wasfaul werden will/ außſuche/ auch da etwan von Ratten/ Maͤuſen oder andernn-geziefer das Obs beſchaͤdiget oder angefreſſen wuͤrde/ muß ſelbiges ebenmaͤſſighinweg gethan und außgeſucht werden.

Damit man ferner das Obſt gut und friſch lang behalten moͤge/ ſo brichtman zwiſchen zweyen Frauen Tagen jedes Obſt ſein eigenes Laub abſonderlich/dörret daſſelbige wohl auß der Sonne/ legt ſolches hernach um Martini zwi-ſchen jedes ſeines gleichen Obſt.

II. Vom Obſt und andere Fruͤchte zu doͤrren.

Das gedoͤꝛete Obſt iſt bey einer guten Haußhaltung/ bevorab im Win-ter/ eine nuͤtzliche und zum theil auch annehmliche geſunde Speiſe/ iſt an ſichſelbſten aller Orten eine bekandte Wiſſenſchafft/ und jeder Baͤurin faſt gemein.Damit aber die Hauß⸗Mutter unſers erner⸗Hofs in dieſem Stuͤck auchNachrieht haben moͤge/ ſetzen wir nur küͤrtzlich nachfolgendes: Von

1. Aepffeln. 7. Trauben.

2. Birn. 8. Erbſen.

3. Kirſchen. 9. Bohnen.

4. Pflaumen. 10. Morcheln.

J. Pfirſing. 11. Weiſſen Ruͤben.6. Abricoſen. 12. Hagenburten.

1. Aepffel werden geſchaͤlet und ungeſchaͤlet/ entweder im Ofen/ oderauſſerhalb deſſelben gedoͤrret/ und zu Schnitzen geſchnitten/ wie ſelbiges durchgantz Teutſchland bekandt und gemein iſt. Es ſollen aber die fuͤſſe Aepffelſchni-tze von den ſauren außgeſondert/ und jede Sorte allein in einer trockenen Schub-Lade oder Obſt⸗Kaſten verwahret werden.

Nora. Will man die gedoͤrꝛte Aepffelſchnitze gar gut machen/ ſo ſolle manzuvor/ ehe masdieſelbige doͤrret/ etliche ſieden/ und einen Safftdarauß machen/ hernach die Aepffelſchnitze/ ſo man doͤrrenwill/ darein duncken/ und alsdaun dorren.

2. Birne zum doͤrren werden zum theil gantz und ungeſchaͤlet/ und dannauch in Stuͤcken zerſchnitten mit und ohne Schaͤlen/ wie die Aepffel ge-eer und hernach jede Sorte des gantzen und zerſchnittenen allein verwah-ret.

Norta. Die Birn ſollen nicht gar zu zeitig und zu taig ſeyn/ wann man ſiedoͤrren will/ ſondern ſollen zu der Zeit wann ſie anfangen reiffzu werden/ vom Baum abgenommen werden.

3, MKirſchen mimt man zum doͤrren die groͤſſeſten/ und die jenigen/ ſo

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