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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſſ. xXIX. Von Einmachung der Fruͤchten. 261III. Rothe Ruͤben oder Rahnen.

IV. Cucumern.

V. Bohnen oder Faſſellen.VI. Spargen.

VII. Artiſchocken.

VIII. Dragon.IX. Fenchel.X. Senff.

Wie man das weiſe Kraut ſauer einmachen ſolle-

Iſt ſolches in gantz Teutſchland bekandt und gemein; wird aber auffzweyerley Weiſe eingemacht.

(1.) Geſchnitten.(2.) Gantz.

(1.) Das geſchnittene Kraut wird geſaltzen/ mit Kuͤmmel undWachholderbeer eingemacht/ und in eine ſaubere Kufe woleingetretten Odermit einem breiten Stöſſel geſtampfft/ biß es eine Bruͤhe gibt. Man gieſſet an-faͤnglich ſauber Brunnen⸗waſſer nach belieben/ nicht zuviel daruber.

Das Eingetrettene iſt beſſer dann das Geſtampffte; Dann durch das wirdes ſehr zerbrochen und kurtz/ durch das Tretten aber bleibt es

choͤn lang.

Etliche Hauß⸗Muͤtter thun auch ſchoͤne trockene Erbſen hin und wiederdarunter/ darvon ſolle das Kraut ſchoͤn gelb und anmuthig werden.

Nachdemees nun in eine groſſe Kufen/ die unten faſt an dem Boden einenZapffen oder Krahnen haben ſolle/ wol und voll eingetretten worden/ ſo decketman ſelbiges mit einem doppelten ſaubern leinen Tuchzu/ legt hernach Bret-ter darauff/ und beſchweret ſolche mit groſſen Steinen/ alſo daß dardurch dasKraut wol auff einander gepreſſet werde.

Nota. So etwa in etlichen Wochen das Kraut oben weich/ faul/ oderſonſten anlauffen ſolte/ muß man ſelbiges abheben/ die Bret-ter und das Tuch ſauber waſchen/ ferner ſolches wieder zu-decken/ und oben wieder auffgieſſen; So es aber nicht vielSaltz⸗waſſer haͤtte/ ſo ſolle man friſch Brunnen⸗waſſer dar-auff ſchuͤtten/ und das Kraut/ ehe man darvon ſpeiſen will/wol vergaͤhren laſſen.,

(2.) Das gantze Kraut wird/ ſonderlich in Schwaben und Fran-cken/ insgemein eingemacht/ darzu erwaͤhlet man ſaubere Kraut⸗haͤupter/ ſuchtdarvon die groſſen Dorſchen aus/ machts hernach mit Saltz/ Kuͤmmel/ oder

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