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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſſ XXX. Vom Confect und Zuckerwerck. 289,ONata. Den wolfeilſten Zucker nennet man Farin/ Meel/ oder Caſauu-

Zucker.

Der Zuckeriſt warmer und feuchter Natur/ weil er noch friſch iſt; Jeaͤlterer8iſt/ je hitziger er wird/ und dem Haupt ſchaͤdlich

Alcer gebackener Zucker/ mit Gewuͤrtzund Specerey/ kraͤfftiget den Ma-gen/ Bruſt/ Gedaͤrm/ Nieren und Blaſen.

Der Zucker in der Koſt und Eſſen genoſſen/ beſaͤnfftiget die Leibes⸗Ge-ſchwulſt/ iſt gut wider die Bruſt⸗Schmertzen/ hilfft fuͤr den Durſt/ und be-feuchtet die duͤrre Bruſt.

Je weiſſer der Zucker/ je beſſer er iſt.

II. Wie man den Zucker laͤutern ſolle/ kan ſolches auff un-terſchiedliche/ vornemlich aber auff nachfolgende Wei-

ſe geſchehen: 1

Man nimt zu drey Pfund Zucker das Weiſſe von fuͤnff oder ſechs Eyern/den Zucker zerklopffet man zuvor in Brocken und Knollen/ und thut denſelbigenin ein meſſinges Keſſelein, gieſſet daruͤber den achten Theil einer Maaß friſchesBrunnen⸗waſſers/ zerklopffet alsdann das obbeſagte Eyer⸗weiß/ mit weiß⸗ge-ſchabten Ruͤthlein aus einem Beſem gemacht/ und zuſammen gebunden/ daßes einen weiſen Schaum giebt.

Unterdeſſen ſetzet man den Zucker in dem Keſſelein uͤber ein gutes Kohl-Feuer/ undlaͤſſet es ein wenig auffwallen/ traͤget hernach den obberuͤhrten weiſ-ſen Eyer⸗Schaum darauff/ damit derſelbige alle Unreinigkeit des Zuckers anſich zichen moͤge/ faͤumet denſelbigen alsdann ab/ oderlaͤſſet es durch ſauberWuͤllen⸗Tuch abſeyhen/ ſiedet alſo ferner den Zucker zu einer rechten Dicke ei-nes Syrups ein.

Die Probe des genugſamen Einſiedens iſt/ wann man eine Spatel/ Steck-lein/ oder etwas anders/ in den Zucker einduncket/ undſchlenckert ſelbiges in dieLufft/ ſofliegen alsdannßetzen/ wie die Spinnweben/ darvon/ ſo iſt er genug undrecht geſotten/ ſonſten bekommt er keine Conſiſtentz/ oder Haͤrte. Andere laſſeneinen/ oderetliche Tropffen auffein kaltes Eiſen/ oder zinnernen Teller fallen/wann es alsdann bald geſtehet/ und nahe beyſammen bleibet/ und nicht auseinander zerflieſſet/ und klebrich und zaͤhe iſt/ ſoiſtes genug.

Nota. Das Eyerklar ſolle in einem reinen Becken mit Waſſer wol ge-

ſchlagen underſchwungen werden.III. Wie man allerley Gewuͤrtz/ Blumen/ und dergleichencandiren ſolle/ ſetzen wir zur Nachricht folgendes:1. Man nimmt ein Pfund Zucker, ſchlaͤget ſelbiges zu kleinen Stuͤck-lein/ ſolches alles thut zaſammen in ein meſſinges Pfaͤnnlein/ giüfſeee ee qr-