Claſſ. xXX. Vom Confect und Fuckerwerch. 22—õ——.—
fiedet ferner die Bruhe nochlaͤnger/ und wann ſie vom Feuer gehoben/ und faſtkalt worden/ ſo gieſſet man ſelbige uͤber die Weichſeln in die Glaͤſer/ Schale odereine Apothecker⸗Buͤchſe. 82. Wie man Welſche Nuͤß einmachen koͤnne.
Welſche Nuͤſſe ſollen umb St. Johannis Tag/ ehe ſie innenwendig hart/und die Schalen gruͤnen/ abgebrochen werden/ nimmt hernach ein ſpitzigesHoltz/ſticht damit die Nuͤſſe durch die grune Schale rings herum voller Loͤcher/damit ſie deſto beſſer durchſieden moͤgen/ wirfft ſie hernach in laulecht Waſſer/laͤſſets über Nacht drinnen ligen/ ſiedet ſie hernach den andern Tag in friſchemv nceg hernach vom Feuer/ und gieſſet es in eine Seyhe aus/ aͤſſetswolabtropffen.
Feruer thut man ſie wieder in friſch Waſſer/ laͤſſets ſo lang drinnen ligen/biß daß man keine Bitterkeit mehr darinnen ſchmecket oder ſpuͤret.
Endlich kocht mans in weiſſem Wein/ und nimt zu hundert Nuͤſſendenachten Theil einer Maaß/ und auch ſo viel Waſſer.
Nota. Etliche thun ſo viel als einer Nuß groß guten Salpeter darein/ da-mit dieſelbige beſſer durchbeitzet werden/ und auch die Bitter-keit ausziehen; wann man aber keinen Salpeter haben kan/ ſonimmt man nur einer halben Nuß groß Saltz.
Nachdeme man nuͤn ſiehet/ daß die Nuͤſſe obgelehrter basi⸗ bald genuggekocht/ alſo daß ſie faſt von einander gehen wollen/ ſothut man ſie heraus/ unduͤſſets auff einem ſaubern leinen Tuch abtropffen und trocknen; Hernach ſpicketman dieſelbige mit Citronat⸗Schalen/ Zimmet und Naͤgelein/ laͤſſet lsdannden Zucker mit daruͤber geſchuͤttetem wenigen Waſſer uͤber einem Kohl⸗Feuerſchmeltzen/ gieſſet ſolchen üͤber die Nuͤſſe/ ſo man zuvor in ein Glaß oder anderGeſchirreingeleget hat.
Nota. Zu einem Pfund Nuͤß ſolle man drey Viertel Pfund Zucker neh-men/ und wann der Zucker warm daruber gegoſſen worden/ſolle mans offen gedeckt ſtehen laſſen/ biß daß ſie kalt werden.
3. Wie man ſuͤſſe Kirſchen einmachen ſolle.
Wann die erſte Kirſchen anfangen zu zeitigen/ und eineſchoͤne roͤthlichteund lebendige Farbe bekommen/ ſo ſuchet man die groͤſten/ ſchwartzen und run-den heraus/ ſie ſollen aber noch nicht gar reiff ſeyn; Und ſeynd die erſte Fruͤch-te allezeit die beſte und ſchmackhaßfſte; Dann die nachkommende ſeynd jeder-zeit ſchwaͤcher/ und nicht ſo gut/ weil ſie mit den erſten nicht zugleich fortwachſen
nnen.
Obbeſagte ausgeſuchte Kirſchen wieget man erſtlich ab/ druckt ſie her-nach mit zween Fingern/ und ziehet mit der einen Hand den Kern mit dem
Fff ff Stiel