Buch 
Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
JPEG-Download
 

Claſl. XXX. Vom Confeect und Zuckerwerck.

Stiehl heraus/ das abgezogene wirfft man hernach in Meel⸗Zucker/ ſo auchzuvor abgewogen ſeyn ſolle/ man mußaber ſo viel/ als die ausgezogene Steineund Stiehl im Gewicht abzichen/ und nimmt man zu einem Pfund Kirſchen/ohne Stein und Stiehl/ fuünff Viertel eines Pfundes Zucker.

Hernach drucketoder preſſet man die Kirſchen aus durch ein Tuch/ daßman den Safft darvon bekommet/ und gieſſet ſelbige uͤber denZucker/ ſetzt es ineine Pfanne uͤber ein kleines Kohlfeuer/ und wann es erkaltet/ ſo gieſſet mansaus in die Glaͤſerne Schalen oder irrdene Geſchirr.

Nora. Will man die Kirſchen ordentlich in die Schalen oder Geſchirrlegen/ ſo gieſſet man ſo viel Safft daruͤber/ daß ſie bedecketwerden/ und laͤſſets ein Tag oder vier unbedeckt ſtehen/ bedecktshernach mit Papier.

Will man den eingemachten Kirſchen einen guten Himbeer⸗Geſchmackmachen/ ſo thut man in eine jede Kirſche/ an ſtatt des Kerns/ eine rothe Him-beer/ und ſolle man dieſelbige zuvor abwiegen/ damit man ſich mit dem Zucker-Gewicht darnach richten koͤnne.

So man aber die Kern und Stiehl an den Kirſchen laſſen will/ ſo ſolleman ſie zuvor mit einem ſcharffen Meſſer ritzen/ ſonſt ſpringen ſie auff/ macht ſiehernach/ wie zuvor gelehret worden; Man nimt aber zu einem jeden Pfund die-ſer Kirſchen auch ein Pfund Zucker.

4. Wie man Pflaumen einmachen ſolle.

P flaumen werden geſchaͤlet und ungeſchaͤlet eingemacht/ und aͤſſet manihveses. Düen und Stiehl; die Stiehl aber ſollen abgeſchabet werden.

Die geſchaͤlte wirfft man in friſches Waſſer. Es ſollen aber keine abge-fallene Pflaumen zum Einmachen genommen werden/ dann dieſelbige feyndentweder gar zu zeitig/ oder ſeynd wurmicht/ ſie ſollen aber vom Baum ge-eee. nur die jenige/ ſo eben angefangen ſich zu faͤrben/ genommen wer-

en.

Die jenigen/ ſo man ſchaͤlet/ ſeynd gemeiniglich die jenige/ welchen in derZeitigung die Haut oder Schale roth wird.

Nota. Wann man ſie bey gutem Geſchmack beharten will/ ſo iſt es rath-

ſamer/ daß man dieſelbige ungeſchaͤlet laſſe/ damit ſie ihrenSafft deſto beſſer behalten moͤgen.

Nachdeme manſie nun aus dem Waſſer genommen/ damit ihnen dergruͤnlichte Geſchmack genommen und ausgezogen worden/ ſo trocknet man ſieab; und thut zu jedem Pfund Pflaumen fuͤnff Viertel⸗Pfund vom guten ge-brochenen Zucker/ mit etwas von dem jenigen Waſſer darinnen die Pflaumenauffgequillet worden, b

er-