Claſſ XXX. Vom Confect und Zuckerwerck. 279
——————————————-—Ferner thut man ſelbige in ein Keſſelein oder Pfanne/ und macht ein ge-maͤchlich Kohlfeurlein darunter/ damit der Zucker allgemach ſchmeltze/ und dieaumen nicht anbrennen/ welches auch bey allen Fruchten/ ſo maneinmachen will/ in Acht genommen werden ſolle.
Wann esnun dick genug eingeſotten⸗ ſo hebt mans vom Feuer/ und pro-cediret/ wie oben gemeldet worden.
Nachdeme man ſie in die Schale thun will/ laͤſſet mans zuvor abkuͤhlen/und den gekochten Safft wohl abtropffen/ hernach legt man ſie bein huͤpſch gantzund zierlich in die Schalen/ und nach zweyen oder dreyen Tagen laͤſſet man die
zeuchte nochmaln darvon abtropffen/ macht hernach dieſen Syrup oder Zu-cker⸗Safftuͤberdem Feuer wieder warm/ und noch einmal gekocht/ ſchuͤttet ihnin ein ſauber Tuch/ und laͤſſet den Safft dardurch allenthalben uͤber die Pflau-men ablauffen in die Schale/ biß daß derſelbige daruͤber gehe/ und ſie bedecke/ da-mit ſie nicht leichtlich faulen oder anlauffen/ ſaͤſſets ferner drey Tage ohnbedecktſtehen/ ſchneidet darnach ein rundes Papier/ ſo groß/ daß man in der Schale denSafft damit zudecken koͤnne/ und ſo es nun den Safft angezogen/ ſolegt mannoch eins dergleichen ſaubers Papier darauff/ damit das Papier alle Schim̃-lung und Feuchte an ſich ziehe/ und die eingemachte Frucht ſchoͤn und ſauberdarunter verbleiben moͤge; dann/ dafern man dieſes unterlaſſen wolte/ wuͤrdeſich oben eine Hautuͤber dem Safft ſetzen/ und alſo leichtlich ſchimmeln/ unddas eingemachte ungeſchmack machen.
5. Wie man Pfirſing und Abricoſen einmachen ſolle.Dieſe können geſchaͤlet und ungeſchaͤlet eingemacht werden/ man thutaberzuvordie Kern herauß; die gar grune laͤſſet man ein wenig in Waſſer auffquel-len/ damit der gruͤnlichte Geſchmack ihnen benommen wird/ hebt ſie mit einemSchaum · Loffel herauß/ aͤſſets trocknen/ thut ſie hernach mit etwas Waſſer inzerſtoſſenen Zucker/ und handelt damit/ wie mit den Pflaumen.Nota. Mn vpenat 8 bechec Pfund Pfirſing oder Abricoſen füͤnff Vier-tel⸗Pfund Zucker.6. Wie man ohnzeitige und noch gruͤne Pfirſingeinmachen ſolle.Man nimt ve Päfrgfig. wann man noch ein Loch mit einem HoltzoderEiſen durch ſie ſtechen kan bruͤhet dieſelbige in reinem Waſſer/ und reibt dasauhe mit dem Daumen darvon ab; thut ſie hernach in warmes Waſſer/ unddeckt ſie zu/ biß daß ſie grůͤn werden; nimt hernach ſo viel Zucker als ſie wiegen/und ein wenig Waſſer/ aͤſſets ſteden und ſchaumets ab/ thut die Pfirſing darein/
und laͤſſets ſieden/ biß daß man merckt/ daß ſie gar ſeynd.Fffff 2 No-