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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claff. XXX. Vom Confect und Zuckerwerck. 98*

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Wann dieſes geſchehen/ ſo wiget man dieſelbige/ ſo viel ſie nun gewogen/ſo viel wiget man Zuckerdarzrr/ dieſer ſolle in Groͤſſe der Caſtanien und ein we-nig groͤſſer gebrockt ſyn.

Ferner thut man die Birn in eine Pfanne/ ſtreuet den groͤblichten Zuckerdaruͤber/ und gieſſet ein wenig Waſſer daran, damit der Zucker deſto ehe zergeheund ſchmeltzen koͤnne/ und die Birn in der Pfannen nicht anbrennen; ſetzts alſouͤber das Feuer/ und kochets ſo geſchwind/ als man kan/ gleichſam wit eine Sup-pe in vollem Sud. Unterdeſſen aber ſolle man mit einem Schaum⸗Loͤffel dieBirn ſtaͤtig ſchaͤumen und werlen.

Nota. Man ſolle aber die Pfanne oder den Keſſel mit den Birnen nicht

vom Feuer nehmen/ biß daß man vermeynet/ daß es genug ge-kochet ſeye/ welches man wiſſen kan/ wann man ſiehet/ daß imAuffkochen nicht mehr ſo viel Blaſen oder Brodeln macht/gleichwie im Anfang/ auch wann man etliche Tropffen vondieſem Syrup auff einen ziũenen Teller gieſſet/ daß derſelbigedicklicht ſtehen bleibt.

Nachdeme es nun nicht flieſſet/ ſo hebt mans vom Feuer/ gieſſet es in ein ir-den Geſchire auß/ ſetzts an einen ſaubern Ort/ dakein Staub iſt/ undlaͤſſets ohn-bedeckt ſtehen/ damit die Feuchtigkeit ſich darvon ziehen moͤge/ und die Birnkoder andere Fruͤchte) den Jucker deſto beſſer an ſich nehmen koͤnne. Man kandas Geſchirꝛein wenig ſchroͤg ſtellen/ damit man/ ſoetwan noch Waſſer darinn/ſelbiges abnehmen koͤnne.

Endlich thut man die Birn wieder in die Pfanne oder vorigen Keſſel/wendet ſie darinnen um/ und daes noͤthig/ kan man ſie noch einmalkochen/ undhernach etwas kalt werden laſſen/ ehe man ſie in die Geſchirre außſchuͤttet/ wor-innen man ſie verwahren will/ laͤſſet ſie alsdann ein Tag vier oder fuͤnff ſtehen/damit wann dieſelbige ncheinige heuchemgkait haben/ man ſelbige abtropffenkoͤnne; das Geſchirꝛ verwahret man alsdann miteinem daruͤber gebundenen

Papier.10. Wie man die Aepffeleinmachen ſolle.

Dieſe werden eingemacht/ wie die Biru/ nur daß man gar wenig Zuckerdarzu nehmen ſolle/ weil ſie gar Meelicht ſeynd/ und keinen groſſen Geſchmack

haben.nm. Schleen gantz gruͤn einzumachen.

Man nimt friſche Schleen/ zerſticht ſie mit einem Meſſeran zwey oderdrey Ort/ bruͤhet ſie/ gleichwie oben die Pfirſing/ nimthernach ſo viel Zuckerals ſie wiegen/ und macht einen Syrup mit ein wenig Waſſer/ thut die Schleendarein/ und laͤſſets ſieden/ biß daß ſie gar ſeynd/ und der Syrup dick genug iſt.

2 Fffff 3 12. Mi-