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zielen nicht im Stande. — Ueberdieß hätte selbst im Falle des Vor-handenseins einer derartigen Fähigkeit dieselbe doch nicht ausgereicht,
— wie eine Notiz im Hormayr'schsn Taschenbuchs vom Jahre 1848, die auch inKlemms Kulturgeschichte (IX. Bd. S. 159) übergegangen ist. besagt — im Jahre1392 eine Niederlage von steirisch en Eisenwaaren, womit sie nach Rußland undPreußen Handel trieben. Zur Zeit Kaiser Karl VI. wurde steirisches Eisenund dergleichen Stahl — wie die Waldordnung für Steiermark vom 26. März 1721(Z. 56) bemerkt — glaubhaften Berichten zufolge selbst nach Indien abgesetzt.Die Hartschmiede Tiro l s bildeten laut urkundlicher Aufzeichnungen im Schatz-Archivzu Innsbruck schon im I. 1406 eine geschlossene Zunft mit besonderen Vorrechtenund eigenthümlichen Obliegenheiten. DaS Städtchen Sterzing am südlichen Ab-hänge des Brennergebirges war der Mittelpunkt ihrer gewerblichen Thätigkeit. —Noch in Münster's Kosmographie vom Jahre 1556 (Basel durch Henricum Petri)heißt es S. 565: „Item 8 tsrt 2 wA oxpiäulum uhi ckives veus est rnetslli Stuhl honieuäuutui oultri, snsss et Isiulns," Zu Innsbruck stand an der Stelle des ge-genwärtigen Landhauses noch zur Zeit des Erzherzogs Ferdinand eine umfangreicheWaffenfabrik. Sie hieß: „das fürstlich Haus in der Platnerey," welche Benennungein altes Manuskript im Jnnsb. Güstern. Archive, wovon im Bande Nr. 661 derBibl. Tirol, eine Abschrift steht, folgendermaßen erklärt: ,,guoä idi oiumns Zsnussrmoruin guibus -4.usti'is,«l Principes in suis dsllis Asrsnclis usl sunt, ouckedsntur."Kaiser Max I., ihr vermuthlicher Gründer, pflegte davon zu sagen: „Das Hauß steetin Gottes Handt, bei St. Georgen Wirts genandt." Nicht minder war Innsbruckim 16. Jhdte. seiner Glocken- und Känonen-Gießereien halber berühmt. Auf den mei-sten Kirchthürmen des salzburgischen Pinzgaus prangen Glocken, deren Guß zu Inns-bruck erfolgt ist, und die „ärmstes Xelllllis kiriuiul 6 ssseri, lünäsvieiisis cls vetuststs.orlAiiw st«. se rebus ASstis civlum Reipuhliessgus XuAshurAensis" melden beimJahre 1535: es habe der Jnnsbrucker Gregor Löffler im Mai dieses Jahres zu Augs-burg mit eilf großen Geschützen, die er für den Kaiser Karl aus Erz gegossen hatte,Proben angestellt. — Auf letzteren Industriezweig beziehen sich auch folgende Wortedes bekannten Pyghius, der den Prinzen Carl von Eleve im Jahre 1574 auf einerReise durch Tirol begleitete und seine dießfälligen Wahrnehmungen unter dem son-derbaren Titel „Lsrenlss ikrockieius" im Jahre 1587 zu Antwerpen drucken ließ:
,,iu sriusutsrio priucipum in Osni msnls. sito nronstrsnkur inscdinss bsUieseet neuen toriuentn vnstne rnsAnituckinis ns pouäsrls inAentls, gnihus propuAnaculsinurl st turrss exxuAnsntur, urbss vsrtuntur. Viäsut (seil. itiusrsiitks) Isrrnrinsokkieinss et Isbrless, irr guibus tllorsces, Anlese, olz-pel, ocrsns et lernen iuüuineritngussvis erläuntur, polluiiturgue) iree llou iu guihus kerrens tlslulns kor-
innirt ne tsrshnnt." (S. 237.)
Münster gedenkt in seiner Kosmographie gleichfalls dieser cyklopischen Werk-stätten und ihrer behenden Bewohner.
Tirol darf sich auch rühmen, das Stammland der Münzprägekunst zu sein.Schon Poppe weist in seiner Geschichte der Technologie (II. 8. S. 609) darauf bin,daß die Meinung, der Franzose Nikolaus Briot aus Lothringen sei der Erfinder derStoß- und Druckwerke zum Münzen, deßhalb keinen rechten Glauben verdiene, weilBriot um das Jahr 1617 lebte; diese Maschinen aber schon geraume Zeit früher in