15
dem Handwerkerstände im Allgemeinen die alte Behäbigkeit zurückzu-erobern; denn gar manche Quelle, die durch reichliche Ergüsse blanken
den salzburgischen Münzstätten angewandt wurden. Er vermuthet daher einen Deut-schen als Erfinder derselben. Wir glauben, gestützt auf eine Notiz, die sich in eineralten Chronik des l. f. Naitamtes zu Hall vorfindet, die Ehre dieser Erfindung un-bedenklich dem Lande Tirol viudiciren zu sollen. Jene Notiz zum Jahre 1526 lautet:„Hannsen Nemer, Palbierer zu Mnsprugg, ist für ein Eisens Instrument undKunststuckh zum Münzdruckhen 20 Gulden bezahlt worden. — Tirolund Vorarlberg dürfen sich überhaupt rühmen, von Alters her die Heimat ge-schickter Mechaniker gewesen zu sein. — So verschrieb Erzherzog Ferdinand im Jabre1561, als es die Ausbesserung eines Orgelwerkes zu Wie» galt, zwei Orgelmacheraus Tirol dabin. — Vaterl. Blatt. s. d. öst. Kaisers). Jahrgang 1817. Nr. 7. —
Von Feldkirch heißt es in Münster's Kosmograpbie: „6ives npuä ss inLlsebaviois nvn xaiuna inultvs sxsvUonUssiraos srüüoss bnbent." HS. 526.) ZuBrixe» sah Montagne im Jahre 1580 einen Bratenwender, der mittelst verschiedenerRäder und Getriebe sich drehte, und notirte diese Wahrnehmung als eine Bereicherungseiner Kenntnisse sogar in seinem Tagebuche. — PoVve, a. O. II. S. S. 451. —Paul Jakob Marperger bezeichnet in seinen „auserlesenen kleinen Schriften" (Leipzig1733 „GLrtneriana" S. 3) Innsbruck als einen der Orte, wo der nachmals soberühmt gewordene sächsische Hof-Mechanikus Gärtner die „Uunänmsntu Oeometriasst ärellitscturas eivilio" erlernet und im „Glas-Schleifen und in Opticis" sicheingeübt hat.
Tirol hat endlich auch Anspruch für das Stammland der Pulvererfin-dung zu gelten. Mindestens that sich der selige Freih. von Hormahr nicht wenigdarauf zu Gute, daß in dem ,,6oäsx prokatioinirn clixlomatiaus," welcher als 2. Ab-theilung des 1. Bandes seiner „kritisch-diplomatischen Beiträge zur Gesch. Tirols imMittelalter" erschien, zuerst eine Urkunde vom Jahre 1280 abgedruckt sich befindet, lautwelcher in diesem Jahre im ,,V-U Oamonisa" sich Einer aufhielt, der „ti-abuearsiAusm toreuill" perfekte verstand, und er wollte hierin einen Beweis dafür erblicken, daßdas Pulver in Tirol schon im 13. Jahrhundert keine unbekannte Sache niehr war. —Wiener Jahrbücher der Literatur II. L. 1818; bei Gelegenheit der Recension vonSeel's Geschichte von Tirol. —
Im Widersprüche mit dieser Interpretation obiger Stelle halten Andere, soz. B- Vincenzo Bruno in feinem „Usntro äs^I'invsntori äi tutts lo soss;Uaxoli 1603 Uol. PLA. 178," einen „Artikel von Prag," der im 14. Jahrhundertgelebt haben soll, für den Erfinder des Pulvers. Welche von beiden Meinungen dierichtige ist, oder ob vielleicht beide irrig sind, mag hier unentschieden bleiben. — Ge-wiß aber ist, daß ein Oesterreich er, Melchior Wurmbrandt, um das Jahr 1630die ledernen Kanonen erfunden hat. — Poppe a. O. II. U. S. 551. —
Ungefähr hundert Jahre später (1718) erfand — wie in der Frankfurter Re-lativ Vsrnalis für das Jahr 1718 S. 100 zu lesen ist — ein Offizier der kaiser-lichen Armee in Wien eine Vorrichtung an den Gewehren, zufolge welcher man miteiner und derselben Flinte, ehe bis 100 zu zählen gelang, zehn Mal 1000 Schritteweit schießen konnte.