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Die technische Bildung im Kaiserthume Oesterreich : ein Beitrag zur Geschichte der Industrie und des Handels / von Dr. Herm. Ign. Bidermann
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Metalls vordem zur Begründung dieser Behäbigkeit beigetragen hatte,war inzwischen behufs der Bedeckung öffentlicher Auslagen vom Staate

Prag hat gleich dem tirolischen Gebirgslande unter seinen Söhnen tüchtigeMechaniker auszuweisen. Noch zu Anfang des laufenden Jahrhunderts befand sich imBesitze des Apothekers Pecket zu London eine astronomische Uhr, welche die Jahres-zahl 1525 und den Namen ..Jakob Zech aus Prag" als Merkmale ihres Ursprungesan sich trug. Des kunstreichen Webstuhles der Rudolphinischen Schatzkammerwurde schon oben gedacht.

Von Ungarn ging nicht nur die Lobgärberei und die Kunst, Kutschen zubauen, aus, der erste nach dem ungar. Dorfe Kottsee also benannte Wagen kau,im Jahre 1457 aus Ungarn nach Paris sondern ihm verdankt auch die Gold-schmiedckunst manchen hochbegabten Jünger und Deutschland dankt ihm einenseiner größten Künstler, den Maler Albrecht Dürer, eines ungarischen GoldschmiedsSohn. Poppe, a. O. III. 8. S. 173. II. 8. S. 489; Bredetzky, Topo-graphie von Ungarn IV. Th., Wien 1805.

Wie wenig erschöpfend auch vorstehende Mittheilungen sind, so dürsten siedoch hinreichen, das oben geäußerte Urtheil zu motiviren. Die Geringschätzung, mitwelcher insgemein von dem früheren Stande der materiellen Kultur in Oesterreichund in den mitteleuropäischen Ländern überhaupt gesprochen wird. ist in der Thatnicht bloß ein Beweis von unpatriotischerVoreingeiiommenheit, sondern zeugt fürwabrauch von geschichtlicher Ignoranz. Anderer Seits beruht auch die vielverbreitetehohe Meinung von der industriellen Entwicklung Frankreichs im 17. Jahrhundertauf einem Mißverständnisse des wahren Sachverhalts und verräth die Geneigtbcitdes Deutschen, sich für exotische Dinge auf Kosten der Gerechtigkeit gegen einheimncheVorkommnisse zu begeistern. Man braucht, um sich hievon zu überzeugen. bloß8ierroOlsinsnt'sUistoirs äs In via st äs l'näministrntioii äs Ooldsrt" (8nrts, LluiilsnminInbbrnirs 1846) oder öl. rlrnoulä'sOs in 8nlnneo äu Oominsroe sto. äsln8rnnse"(Dorn 2. 8nris 1791) zu durchblättern.

Wenn die französischen Manufakturen zu Colbert's Zeit wirklich in einem soblühenden Zustande sich würden befunden haben, als in welchem man sie gemeinbingewesen glaubte: so hätte Colbert wahrlich nicht nöthig gehabt, die Einführung einesZoll-Tarifs zu betreiben,gui rsxoussLt än tsrrltolre tous les xroänits ätrnnAsrsxouvnnt Inirs sonourrsnos nuxxroänits frnnynis."8. Element!. e. x. 215.Wie wäre auch bei der wirklichen Existenz des gedachten Zustandes sein Strebenä'obtsnir äes gunlites superisurss, äss teinturss solides, äss tonZsnrs «t InrAsnrsunilormss," wodurch er alle Selbstthätigkeit und Erfindungsgabe der Fabrikantenfesselte, zu erklären? 8. Element I. e. x. 222. Ja es fehlt nicht an positivenZeugnissen für die Entartung, welcher viele französische Manufakturen um das Jabr1665 entgegengingen. So klagt ein Edikt v. 23. August 1666 über dieäekeetnosite"der zu Aumale gewobenen Sarsche (ssrZss). 8. Elämsnt t. e. p. 223. Einanderes Edikt vom August 1669 generalisirt diese Bemängelung,Iss ouvrlsrs ässinnnutnsturss ä'or, ä'nrAsnt, soz-s, Inins, tät st äss teinturss stblnncliissnxss s'sstnnt bsnusoup rsILebes st leurs ouvrnZss ne se trouvnntplus äs In gunltts regulse, tzte.