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Lebensbeschreibung des Ehrenfr. Walther v. Tschirnhaus auf Kiesslingswalde und Würdigung seiner Verdienste : mit einem Vorwort über Prof. J.A. Grunert als Preisrichter / von Dr. Hermann Weissenborn
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§. 4. Seine Logik.

Abtheilung 3. wie die Hindernisse, die ein leichtes Erlangender Wahrheit erschweren, zu beseitigen seien.Hierher gehöre auch dem Zusammenhänge undSinne nach die Abhandlung: „Hedicina corporis”.Endlich in

Tlieilill. werde er erörtern, welche Gegenstände nach der im Bis-herigen gelehrten Methode vorzüglich zu behandohi sein.

Die Principicn, von denen er ausgehe, seien folgende:

1 ) „Me variarum rerum conseium esse.”

2) „Me bene ä quibusdam, ä quibusdam male affici.”

3) „Quaedam ä me posse concipi, quaedam autem a me nullomodo posse concipi.”

4) „Me varia sensuum externorum, itemque imaginum inter-narum & passionum ope advertere.”

Im Uebrigen wolle er hier nur die allgemeinen Vorschriften derKunst zu erfinden behandeln und sie den Gebildeten zur Beurthei-lung vorlegen, ehe er an die spezielleren gehe. Diese würden näm-lich noch drei Abhandlungen ausmachen; denn in einer werde erzeigen, wie wir das, was in der Mathematik dunkel ist, bestimmen(„determinare”) können; in einer zweiten, wie Experimente anzustellenseien, um aus ihnen Heues und Nützliches ableiten zu können; ineiner dritten, wie man mit Sicherheit tiefer in die Physik eindringenkönne („quomodo interiora I'ht'siees certo cognoscere liceat”).

Es folgt hierauf nach Schluss der „Praefatio” die eigentliche Ab-handlung, und zwar zunächst „Pars prima” mit der Uebersclirift:„Quä occasione & methodo inciderim in viam, quam praestantissimamjudico omnium, quae in häc vitä inire licet, quaeque est InventioVeritatis per nos ipsos.” Wie Cartesius in seiner Dissertatio de Me-thodo, so entwickelt hier Tschirnhaus, wie er zur Aufstellung seinerMeinung gekommen sei. Er habe, erzählt er, sich vorgenommen,das Leben so glücklich als möglich hinzubringen, und sich gefragt,wie er dies erreichen könne; es sei indessen schwer, hierüber zueiner bestimmten Entscheidung zu gelangen, denn die Ansichtengerade darüber, wie man zu einem glücklichen Leben gelange, gingenweit auseinander. Er habe sich aber entschlossen, mehr seinereigenen Neigung, als der Führung anderer zu folgen, und in derThat müssten wir, wenn wir nicht gegen unser eigene Ueberzcugungsprechen wollten, zugeben, dass wir uns selbst, besser als dies vonanderen geschehen könnte, sagen können, was uns gut oder übel be-rührt, was uns schwer oder leicht scheint, was uns Trauer oderFreude bringt u. dergl. ni.'). Diese Bemerkung habe ihn zur Ent-

') „observavi, nos, si modo propriae conscicntiac deditä opere contradicercnolimus, melius a uobis ipsis quam ab ullo alio posse dicere, quid bene aut malenos afficiat, difficilo aut faeüo uobis appareat, tristitiam uobis adferat, & id uenusalia”. pag. 5.