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5. 4. Seine Logik.
Scheidung der Frage, die er sich vorgclcgt, geführt, denn, indem wirdurch uns selbst besser als durch einen anderen wüssten, was unsangenehm, was unangenehm berühre, erführen wir zugleich auch,was unp leicht was uns schwer sei, indem erstcres uns angenehme,letzteres unangenehme Empfindungen errege und ebenso könntenwir nicht darüber in Zweifel bleiben, welcher von verschiedenenWegen, die wir «angeschlagen, der bessere sei, nämlich der, der unsum besten afficire >). Es entstehe daher die Frage, was uns amangenehmsten sei. Nachdem nun Tschirnhaua gezeigt, dass sinnlicheGenüsse dies nicht leisten, gelangt er zu dem Schlüsse, das höchsteund reinste Vergnügen entspringe aus der Erlangung der Wahrheit ),vorausgesetzt, dass diese um ihrer selbst willen, nicht aus unreinenBeweggründen, wie Itulimsucht u. a., angcsticht werde. Der Vf eisenämlich sei glücklicher als der Unwissende, denn er habe durchseine Kenntnisse manches vor demselben voraus, er könne die Leiden-schaften leichter beherrschen, könne gesunder und ruhiger leben,werde von Vielem, was einem Unwissenden erschrecke, nicht bcrülut,und habe es in seiner Macht, sich viele Vergnügungen zu verschaffen.Daher sei der vorzüglichste Weg, den man in diesem Leben ein-sclilagen könne, die Auffindung der Wahrheit durch uns selbstDie „Pars secunda” trägt die Ueberschrift: „Artis invenicndigeneralia praceepta. llis adjuti, fieri non potcrit, nt unquam in falsaincidamus, sed potiiis veritatem semper certö assequamur; adeo ntBisco m'ediis absquo ullo errore ulteriüs progredi possimus, continuo,& quantum nobis libuerit, semper nova detegendo, si modo adsitanimus, & satis temporis nobis supersit ad nosmet ipsos ad id Stu-dium applicandos, idque exiguo labore.” Nachdem hier Tsehirnhausdie Wissenschaft, mittelst welcher wir neue Wahrheiten zu ontdockonvermögen, hoch gerühmt hat, indem durch sie dm menschliche Natmgleichsam zu einer übermenschlichen erhoben wer e, ver rei esich über die Schwierigkeit, welche derselben eiitgcgenstdit. Lrfindet diese namentlich darin, dass es meistens mehrere Wc B e gebeneue Wahrheiten aufzufinden, und dass cs nun fraglich ^h wclchcrvon ihnen am besten eingeschlagen werde. Nur die Mathematik,insbesondere die Algebra oder Analysis speciosa, sei im Besitze einer
') Pag. 6: „Firmum itaque ac stabile constitui hisce fundamental hoc, soucertam quandam & indubitatam notitiam, cm totam meam fclicitatem, quatenusaa lumiuo naturali potest acquiri, inaedificavi. Cum emm per me ipsum magis,quäm per quemvis alium certior ficrem, num mc quaedam beut afficercnt anaccus, id mihi clart ostendebat, quid factu milu difficile, quidve facile esset: pnusanim mo mal&, posterius verö bcn6 afficicbmt. Lx quo non minusidem fundamentum scirc lienit (nisi contra propnam conscientiam “gere voiquidnam inter plura facilia & bona, uti modo ostensum, facilius ™^. urexpertus; nec jiroindc mc latere potuit, quod cxliinc neccssari n j m j ru ^ quaenam ex diversis viis, quas omnes ingressus eram, melior fuerit, ea ’
optimö omnium mc affeccrat”. . ...
2 ) pag- 13: Bio summa & purissima delectatio „ex acquisi lone ven a iSoritur, & cui aequiparaudam nunquam sonsi aliam”.