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Lebensbeschreibung des Ehrenfr. Walther v. Tschirnhaus auf Kiesslingswalde und Würdigung seiner Verdienste : mit einem Vorwort über Prof. J.A. Grunert als Preisrichter / von Dr. Hermann Weissenborn
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j,. 4. Seine Logik.

Sterne unendlich gross sei, die Uebcrzeugung von der Wahrheit derchristlichen Glaubenssätze u. a. Um denselben zu entkräften, kommtTschirnhaus auf einen schon weiter oben von ihm aufgestellten, abernicht weiter angewandten Satz zurück. Dieser lautet: Es ist nichtdasselbe, ob man sagt: „aliquid non posse concipi oder „uullum nosde aliquä re conceptum habere”; den crstcron, „aliquid non posseconcipi” brauche er, wie alle Mathematiker, m der Bedeutung: „duosquosdam concepths non posse conjungi”, den zweiten, „nullum nosde aliquä re conceptum habere”, erklärt erdahm: „nescire me, numaliquis de ro quädam conceptus possit formari, nec ne; atque cumhoc ipsum accidit, tum rem incognitam esse profiteor”. Hierauf kommter jetzt bei Zurückweisung des betreffenden Bedenkens zurück, indemer nochmals erklärt, er habe seine Kegel: „quaodam non posse con-cipi, & proptereä falsa esse, eo sensu intellexisse, quöd quaedam, hocest "talia, de quibus in se spectatis formare possumus conceptum,si ea nequoant concipi, hoc est, si nullatenus possinfc inter so con-jungi, falsa sint”. Hieraus folgt denn der erste Grund gegen dieHaltbarkeit des gemachten Einwands, nämlich 1) daraus, dass wiruns von etwas keinen conccptus bilden können, folgt noch nicht,dass es falsch sei. Ein zweiter Grund ist der, 2) Alles, was wirnur durch Offenbarung wissen, ist für den intellectns unzugänglich,und davon können wir uns weder einen natürlichen, noch einenphilosophischen conceptus bilden. („Omnia, quae per solam revo-lationem certö scimus, uti omnes fatentur Thcologi, intellectui suntinipervia, nullumquc de iis conceptum naturalem scu philosopliicumformare valemus.”) 3) Er habe seine Kegel nur von einfachen con-coptibus ausgesprochen, oder wenigstens von solchen, dzo zwar zu-sammengesetzt seien, sich aber in eine endliche, nicht uncndhcie,Anzahl einfacher conceptus auflösen liesen. („Mo hoc tantum deconceptibus admodum simplicihus, vel de ejusmodi valde compositis,qui tarnen in simplices semper numero fimtos rcsolvi possunt, m-telligere. Examen enim horum omnium, num possmt, vel non pos-concipi, poterit institui. At verö hoc non intellcxi de conccptuadeö composito qui fortö ex indefluitis alns constat, uti est omniumstellarum, aut omnium partium matcriae numerus. Hunc emm con-cipere, nullius utique finiti, sed actu iuflmti mtellectus est opus.”)

Der vierte Einwand ist der: Es seien schon vor Tschirnhausbessere Grundsätze für die Erkennung der Wahrheit aufgestellt wor-den. Es seien nämlich solche nöthig, die bewirkten, dass wir nie-mals zweifelten und dass wir uns ruhig fühlen könnten. Tscliirn-baus räumt dies ein, behauptet aber, solche Grundsätze seien nochnicht aufgestellt worden; selbst die Ansicht des Cartesius, zur Ent-deckung der Wahrheit sei nichts nöthig: „quam, quid sit Clara &distincta pcrceptio, probe intelligere”, sei ungenügend. >ffn

lioc error admittitur, quöd sibi persuadeaut, id omne, quicquicl estcognitionis suae suiquo ducis, ex sola liac notione ortum habuisse.Quaiulibet euim haue ipsam notioneni tautum iguorauü sumcicntor