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§■ 4. Seine Logik.
brauchen wir nur zu beachten, welche Gedanken andere einschliessen;orstore sind allgemein, letztere specioll. 2 ) Um uns zu vergewissern,ob mehrere Gedanken verschieden sind, haben wir nur unser Be-wusstsein („conscientia”) zu fragen. 3) Ob es noch mehr verschie-dene Arten Gedanken („cogitationum genera”) geben könne, ent-scheiden wir entweder a posteriori, indem wir sehen, dass sämmtliclieparticuläre Gedanken in diesen „cogitationum generibus” eingeschlos-sen sind, oder a priori, wenn es möglich ist, dass noch mehr Arteneoncipirt werden können. Dies alles wird im Folgenden ausführlichererörtert.
Zunächst ergiebt sich bei der Ueberlegung, ob unter allen Ge-danken solche sind, die uns verschiedenartig afficiren, dass allerdingsdrei Arten zu unterscheiden sind. Es giebt nämlich 1 ) solche Ge-danken, deren Object mehr percipirt als eoncipirt werden kann. Zudiesen Objecten gehören alle Wesen („entia”), die sieh uns alsäussere darstellen, so dass sich der Verstand („mens”) rücksichtlichihrer passiv verhält. Unter ihnen giebt es allerdings auch solcheGedanken, deren Object zwar eoncipirt werden kann, denen aberetwas von dem Verstände unabhängiges beigemischt ist. SolcheDinge oder Gegenstände nennt Tschimhaus vorstellbar oder wahr-nehmbar (imaginabel) ')• 2) Es giebt Dinge („entia”), die nicht nur
sehr wohl, sondern auch verschieden eoncipirt werden; dahin gehörtdas, was wir von Figuren, Zahlen, Bewegung u. s. w. wissen. Sokann «man z. B. das rechtwinklige gleichschenklige Dreieck ABC(Fig. 1 ) als dadurch entstanden auffassen, dass in D eine Senkrechte,gleich AD, in G eine Senkrechte, gleich AG, u. s. w. gezogen unddie Endpunkte A, E, H, K, C geradlinig verbunden sein, oder auchals dadurch entstanden, dass im Endpunkte B eine Gerade BCJ_ABund = AB errichtet und BC^gezogen sei, ferner kann drittens dasDreieck als die Hälfte des Quadrats ABCF angesehen werden, mankann viertens die Strecken DE, GH, JK u. s. w. als Bilder dernatürlichen Zahlen betrachten, endlich lassen sich dieselben GeradenDE, GH, JK u. s. w. als glcichmässig wachsende Geschwindigkeitenvorstellend auffassen, indem dann AD, AG, AJ, u. s. w. die zu-gehörigen Zeiten repräsentiren. Da solche Dinge, die einer so viel-fältigen Auffassung fähig sind, nur den Begriff der Ausdehnung,ganz abstract genommen, darstcllen, so nennt er sie rationale odermathematische Dinge 1 2 ). 3 ) Endlich giebt es Gedanken, deren Objectzwar recht gut, aber nicht, wie ein mathematisches oder rationalesauf mehrere , sondern nur auf eine einzige Weise eoncipirt werdenkann. Dahin gehört Alles, was Ausdehnung, aber nicht mathe-
1 ) Medic. Ment. pag. 75: „Talia entia, quae mihi häc ratione repraesentantur,Imaginabitia aut sensibiha f vel, s i mavis, phantasmata imposterum appellabo”.
2 ) Medic. Ment. pag. 75: „Talia autem eutia, quae sic Yari& concipiuntur,cum in iis nihil concipiam,. praeter puram extensionem abstractissimö sumptam,seu ab omni matcriä secretam, ßationalium sive Mathematicoruni nomine im-postcrum insigniam.