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Lebensbeschreibung des Ehrenfr. Walther v. Tschirnhaus auf Kiesslingswalde und Würdigung seiner Verdienste : mit einem Vorwort über Prof. J.A. Grunert als Preisrichter / von Dr. Hermann Weissenborn
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§. 4. Seine Logik.

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einem Baume zu vergleichen; die Wurzcln sind die „artis invoniendigeneralia praecepta”, der Stamm die „artis ojusdem specialiora pra e-cepta circa entia imaginabilia, mathematica & physica”, die Eweigomit Früchten die „artis inveniendi specialissima praecepta circa Ethi-cam, quae mentis pcrfectam sanitatem, circa Medicinam, quae quan-tum possibile est, sanitatem corporis, & circa Mechanicam, quaeutriusque potentiam in rebus exteruis ad nostras utilitates applican-dam docet”. Er, Tschimhaus, glaubt wenigstens die Wurzeln demLeser dargelcgt und ihn zur Erforschung der Wahrheit angeregtzu haben. Da es aber ein allgemeiner Spruch ist: „Orandumest, ut sit mens sana in corpore sano”, hält er es für gut,etwas über die körperliche Gesundheit zu sagen und geht zur „Me-dieina corporis” über.

Die Abhandlung: „Medicina corporis, seu cogitationes admodumprobabiles de consorvanda* valetudine” hängt nur lose mit dem Frü-heren zusammen, indem unter den Hindernissen, die uns das Er-kennen der Wahrheit erschweren oder unmöglich machen, auch dieKrankheiten des Körpers sind (s. pag. 22, Theil II., Abtheilung 3).Tschirnliaus theilt die Schrift in drei Kapitel, nämlich inTheil I. will er zeigen, dass und wie man die Gesundheit desKörpers, auch ohne rücksichtlieh der Diät allzu ängst-lich zu sein, erhalten könne; in

Theil II. welches die Anzeichen einer herannahenden Krankheitsind, und wie derselben vorgebeugt werden kann; inTheilIII. wie die Krankheit, wenn sie bereits eingetreten ist,geheilt werden kann.

Seine Vorschriften stellt er als „Rcgulao” auf, deren jeder unterder IJeberschrift „Probatio” der Beweis der Richtigkeit, oder auchnur eine weitere Ausführung der Regel folgt. Im

Theil I. stellt Tscliirnhaus die Ansicht auf: Das beste Mittel,die Gesundheit zu erhalten, ist eine gute und geordnete Diät.Hierüber giebt er folgende Regeln:

1) So lange wir kräftig sind, müssen wir unseren Körper abhärtenund an Ertragung von Beschwerden, als Hunger, Durst, Hitze, Kälteu. s. w. zu gewöhnen suchen, doch darf dies nicht übertrieben werden.

2) Wir müssen darauf achten, ob wir zu einer Speise, auchWenn wir sie nicht vor uns haben, Appetit, oder ob wir Widerwillengegen dieselbe haben, erstere sind uns dienlich, letztere schädlich.

3) Wir können beim Essen und Trinken auch etwas unordent-lich („satis inordinate”) verfahren, wenn wir nur darauf bedachtsind, die Wirkung der einen Speise durch die einer anderen auf-zuheben und zu neutralisiren. Haben wir z. B. Fettes gegessen,so muss Mageres, haben wir Saueres genossen, so muss Süssesuachfolgcn u. s. w., doch

4) darf dies nicht unmittelbar geschehen, eben so wenig, wieman sich, wenn man erhitzt ist, sogleich der Kälte aussetzen darfoder umgekehrt. Im