§. 11. Seine Brenngläser.
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Gralenus, Proclus die Flotte des Vitalianus, als derselbe Constanti-nopel belagerte, mit einem Brennspiegel angezündet habe. Gleich-yohl blieb man lange über die wahre Natur sphärischer Brennspiegelnu Unklaren, während man über parabolische früher zu richtigerEinsicht gelangte. Als man dann erkannte, dass bei jenen voneinem Brennpunkte, insofern darunter ein Punkt verstanden werdenS °U, in welchem alle reflectirte Strahlen Zusammentreffen, nicht dieEede sein kann, dass es vielmehr nur einen Punkt giebt,- in welchemdie meisten zusammenfallen, und dass dieser Punkt bei nahe an der■A- X e auf den Spiegel treffenden Strahlen in der Mitte des Kugel-radius etwa zu suchen ist, da begann man an der Wahrheit derArchimedes betreffenden Erzählung zu zweifeln '). Denn die einzigeMöglichkeit, den erwähnten Effect hervorzubringen, wäre die, dassstatt eines sphärischen Spiegels mehrere Brennspiegel angewandtwürden, welche das Licht auf einen und denselben Punkt refleetirten,solche aber sind schwierig zu verfertigen. Aus diesen Gründen zognach Wolfs Mittheilung 2 ) u. a. auch Kircher, der, wie bereits pag. 4,Anmerkung 1) bemerkt ward, sich mit der Lehre und vermuth-bph auch mit der Construction von Brennspiegeln beschäftigte 3 ),die Erzählung von Arcliimedes und Pvoclus in Zweifel. Im Mittel-ster aber mögen, bis auf Tschirnhausens Zeit, nicht selten Brenn-spiegel angefertigt worden sein. Wenigstens rühmt Wolf als dieoesten „unter den neueren”, einen parabolischen von Manfred Septala,Lanonicus zu Mailand (wahrscheinlich Lucio Septala, 1552 — 1633,Professor in Pavia und dann Protophysicus in seiner Geburtsstadt■Mailand) gefertigten, und drei, von einem Künstler zu Lyon, Yiletti,construirte, deren einen ein gewisser Tavernier kaufte und dem Königder Perser schenkte, während den zweiten der König von Dänemarkkaufte und den dritten der König von Frankreich erhielt. Als allebisherigen übertreffend wird endlich der von Tschirnhaus in denAct. Erudit. 1687 beschriebene dargestellt. Ferner berichtet Leibniz111 einem Briefe an den Freiherrn von Bodenhausen 5 ): „Ein Hand-
, ') Was die Erzählung von Proclus betrifft, so lässt sich dieselbe schon aus
^torischen Gründen anzweifeln. Denn jedenfalls ist der zu Constantinopel ge-°rene un d gestorbene, im Hufe geheimnissvoller Kraft stellende, Proclus Lyciusgemeint,, und dieser lebte 412 — 485 n. Ohr. (Er ist vermuthlich derselbe, denheft 1 r ™ seillor Geschichte der Mathematik. Tlieil 2. pag. 242, bei Gelegen-, n “er hrennspiegel mit Arehimedes zusammen erwähnt). Vitalianus aber bc-t ? erte ”1** einem Heere von Hunnen und Bulgaren Constantinopel, soweit mir49 annt Lt, unter der Regierung des Kaisers Anastasius 1, und dieser regierte~518 n. Chr., so dass also zu dieser Zeit Proclus nicht mehr gelebt hätte,m 1 »Element» matheseos universae. Autore Christiano Wolfio.” 1735.
"V 11 '. pa S- 188 - Scholion 3.
, . Milcher befand sich eine Zeit lang in Syracus und untersuchte die Oert-ochkeit ( S daselbst).
) „Elementa matheseos universae. Autore Christiano IVolfi o.” 1735.
01 n.. lll t p a g_ |38. Scholion 4.
") ln dem mir soeben zu Händen kommenden Band 111 von Leibnizens mathe-matischen Schriften, herausgegeben von Gerhardt. Halle, bei H. W. Schmidt.18 ®3. pag. 375.