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§.11. Seine Bronngläser.
Werks Man hat diesen Sommer einen Spiegel gemacht, von hartenHoltz, damit kan er an der Sonne wirrste braten und dergleichenthun. Defectum politurae snpplet magnitudo, adeoque copia radiorum.Man muss es aber noch nicht gemeine machen. M. Hr. könnte esals etwas rares den G. P. (Grossprinzen?) communiciren. Ist resfacile parabilis, potest esse magnae utilitatis”.
Da Tschirnhaus, wie oben (s. pag. 4) bemerkt ward, Kircher’s"Werke studirt hatte, so ist es nicht unmöglich, dass hierin der ersteAnstoss zu suchen ist zu seinen Versuchen, Brenngläser, insbesondereBrennspiegel herzustellen. Die erste Andeutung hierüber erhaltenwir in einem Briefe Tschirnhausens anLeibniz, datirt: „Kiesslingswalda
d. 7. Aprill 1861”, in welchem er schreibt 1 ): „.habe einen
sonderbahren Methode erfunden, Spiegel in grosser Grösse und mittleichter Mühe zu machen, die vielleicht einen grösseren effect, alsder in des Königs Bibliothek zu Paris 2 ) erweisen werden. Sonstenhabe in der that erfahren, dass wen excavatae sphaericae superficieiex ligno (quod facile paratur) agglutinantur superficies rotundae etplanae ex vitro hujus magnitudinis O solche perfect als wie andereBrenspiegel brennen, doch nicht mitt solcher force” 3 ). Leibniz ant-wortet hierauf in einem Briefe, datirt: „ohnweit Korthausen den13. Maji 1681” 4 ): „De speculis urentibus saepe cogitavi et ex-pertus sum laminam vitream, scutellae cupreae impositam, caloreaccedente emollitam sese sic satis applicare; haue methodum putoearum quas novi optimam; an aliquid facilius habeas, scire velim”.Eine Erwiderung Tschirnhausens findet sich nicht. Ebensowenigvermag ich zu entscheiden, ob das eigenthümliche, von Tschirnhausbeschriebene und angewandte Verfahren, ebene kreisförmige gläserneTafeln auf einem hölzernen Hohlspiegel zu befestigen, Tschirnhau-sens eigene Erfindung ist. Wenigstens weist die Erzählung Wolf’s 5 ),Kircher habe an der Wahrheit der von Archimedes und Proclusgangbaren Berichte aus dem Grunde gezweifelt, weil es schwer sei,Spiegel zu verfertigen, indem man ebene statt sphärischer gebrauche,darauf hin, dass auch Kircher ähnliche Gedanken gehabt haben muss,welche Tschirnhaus vielleicht aus dessen Werken kennen lernte.Auch zeigt Leibnizens Antwort, dass ihm das beschriebene Ver-fahren, welche gewissermaassen sphärische und plane Spiegel ver-einigt, nicht unbekannt war. Dass Tschirnhaus nochmals an Leib-niz über seine Brennspiegel geschrieben haben muss, geht, obschonwir die Mittheilung selbst nicht besitzen, aus den Worten hervor,
*) Gerhardt: „Leibnizens mathematische Schriften”. Band IV, pag. 484.
2 ) Vielleicht der auf pag. 187 erwähnte, von Viletti verfertigte, Spiegel.
3 ) Dass Tschirnhaus durch diese Versuche auf seine Theorie der Brennliniengeführt wurde, ist bereits oben angeführt worden. — Ob vielleieht der oben er-wähnte Brennspiegel, den nach Leibnizens Bericht ein Handwerker aus Holz ver-fertigt hat, nach Tschirnhausens Angabe construirt war?
4 ) Gerhardt: „Leibnizens mathematische Schriften”. Band IV, pag. 485.
5 ) Elementa matheseos universae. 1735. Tom. III. pag. 188. Scholion 3.