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§. 16. Schluss.
cerniret, so stehet es annoch in besten Terminis, und habe bereitsschon alles abgethan, was dass wichtigste hierin zu sein schiene.Besonders habe den Tempo der anwesenheit des Serenissimi sehrwohl emploiirt, und weilen sehr offte gute gelegenheit hierzu ingeheim hierüber als auch den Hrn. Stadthalter zu conferiren, ohnedass der Tertius solches verhindern kan, so habe meinen gröstenErnst sein lassen, alles auffs bestmöglichste zu perfectioniren, wovonsuo tempore plura. Ich habe rellexion gemacht, gleichfalls den Hrn.»Bernoulli, welcher in Groningen ■), anhero zu ziehen; möchte Deromeinung hierüber wohl vernehmen, indem ich plenariam potentiamzu choisiren habe, wehn ich will, und expressen hohen befehl undanordnung, dass mir keiner autfgedrungen solle werden”. Es warjedoch Tschirnhaus nicht vergönnt, sein Ziel zu erreichon. Dennbald nach der Zeit, zu welcher er dies geschrieben hatte, erfolgteder Einfall der Schweden unter Karl XII. (1706— 1707), durchwelchen das Land sowohl, als auch Tschirnhaus so empfindliche Ver-luste erlitten (s. pag. 12 und 13), dass von keiner Seite an dieBealisirung des immerhin nicht unbedeutende Mittel erforderndenProjectes gedacht werden konnte. Tschirnhaus selbst ward bald darauf,ehe er noch seine eigenen Angelegenheiten wieder zu ordnen imStande gewesen war, vom Tode ereilt, am 11. October 1708, inLeipzig aber ward erst 1771 eine Akademie der Wissenschaften,die Jablonowsky’sche, gegründet.
§• 16 .
Schluss.
Fassen wir unser Urtheil über Tschirnhaus kurz zusammen, soist bereits auf pag 13, Anmerkung 8), darauf aufmerksam gemachtworden, dass die Schilderung seines Charakters, welche der Verfasserdes „Elogium Ehrenfridi Waltheri a Tschirnhaus” in den Act. Erudit.Mensis Februarii 1709, pag. 41, vermuthlich nach dem Grundsätze:„de mortuis nil nisi bene” entwirft, im Ganzen doch wohl etwasallzugünstig ist. So löblich und gut an sich diese Begel auch ist,so giebt es doch eine andere, deren Befolgung meines Erachtensnoch nothwendiger ist, und die in allen Verhältnissen als Pachtschnurdienen muss; sie heisst: „Gieb der Wahrheit die Ehre!” Haltenwir uns an diese und bedenken wir, dass es keinen Menschen giebt,der ganz fehlerfrei ist, so wird man es nicht auffallend finden, wennhier wiederholt wird, dass Tschirnhaus nicht immer ganz leiden-schaftslos und frei von Animosisät sich gezeigt habe. Insbesondereverweisen wir hierüber auf seine Beantwortung der von Fatio deDuillier an seiner Tangenten - Methode gemachten Ausstellungen(s. pag. 144, Anmerkung 1)) und auf sein Leibniz gegenüber aus-gesprochenes hartes Urtheil über Johann Bernoulli (s. pag. 119),doch werden wir mit letzterem allerdings wieder ausgesöhnt, wenn
') Johann Bernoulli.