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Von Den Zeitwörtern.
Siebentes Kapitel.
Kurze Einleitung zu der Lehre von den Zeit.
Wörter n.
Ehe man an das Erlernen der Zeitwörter geht, mag manfolgenden Winken über die französischen N-edearten, Zeitenund Personen einen Blick gönnen.
Die deutsche Sprache erscheint in ihrer Conjugation ärmer,als die französische.
Unserer jüngstvergangenen Zeit entsprechen zwei Zeitenim Französischen, das Relatif unis Défini; woraus sich von selbstergibt, daß es statt Einer längst« ergänze nen ebenfalls zweilängstvergangene Zeiten, oder Antérieurs , geben mnß.
Wie ausserdem die französische Sprache die kün ftig e Z ei t (dasFntur) ohne ein Hülfszeitwort auszudrücken fähig ist, soist sie auch geeignet, Handlungen, welche unter gewissen Bedin-gungen vor sich gehen würden, durch bloße Endung zu bezeich-nen. Dazu bí c •nämlich das Conditionnel (simple), das wirbei allen Zeitwörtern durch die jüngstvergangene Zeit der verbundenenRedeart, oder noch häufiger durch eben diese aus dem Hülfszeit-wort »werden« entlehnte, und den übrigen Verbes beigefügteZeit : ,, ichwü r d e , d u w ü r d e st » u. s. w. zu ersetzen genöthigtsind. — Daß nun das Conditionnel nicht füglich zum Subjonc-tif (oder zur verbundenen Redeart) gerechnet werden könne, ergibtsich daraus, daß es weder immer von einem vorhergehenden Zeit-worte abhängig ist, noch von den Bindewörtern, die den Subjonctiffordern, regiert wird. Ob es aber eher als eine Zeit des Indicatif ,oder als eine eigene Redeart zu betrachten sei, ist schwierigerzu entscheiden. Für jenes scheint die äussere Form zu sprechen,welche dasselbe als eine Modifikation des Futnr darstellt; für diesesaber zeugt der Umstand, daß, während durch den Indicatif Hand-lungen oder Zustände schlechthin als wirklich dargestellt werden, dasConditionnel dieselben als bedingt aufstellt, und sogar andeutet,daß sie nicht wirklich seien. Das Conditionnel umfaßt den Begriffdes Wollend, und gewöhnlich zugleich den des Nichtkönnens. (Esmahnt zugleich an den griechischen Optativ, besonders in denFormeln: on dirait, man möchte sagen; se voudrais und satine-rais (vor einem Infinitif), ich möchte.) Wir folgen also der Rayg-ordnung, nach welcher das Conditionnel simple als Theil einereigenen Redeart, die selbst Conditionnel (bedingte Redeart) heißt,und zugleich zusammengesetzte Zeiten umfaßt, angeführt wird.
So erhalten wir folgende Redearten:
Den Indieatik, oder die bestimmte Redeart;
— Conditionnel, d. t. die bedingende Redeart;
— Impératif, d. i. die befehlende Redeart;
— Subjonctif, d. t. die verbundene Redeart;