137
cist, und es ist nicht unwahrscheinlich, ja zu vermuthen, daß diebeiden so sehr verschiedenen Geschlechter wechselseitig sich ent-giften. Die Natur mußte Wohl, wenn sie die diöcistischcnPflanzenartcn nicht untergehen lassen wollte, ihnen Bedingungengestatten, welche ihre Existenz mehr bei einander, nahe, undohne zu große natürliche Wanderung gestattete, und dazu ver-wandte sie möglicherweise auch die wechselseitige Bodencntgistungdurch die verschiedenen Geschlechter.
2) Man beobachte genau, und nehme dabei schon die bis-herigen Erfahrungen zu Hülfe, welcher Zeitraum erfor-derlich ist, um dieselbe Pflanzenart mit vollem Succcßwieder auf demselben Boden anbauen zu können.
ES gehört längere oder kürzere Zeit dazu, um den Bodenwieder zu entgiften, wozu theils die andern Agentien der Na-tur, theils der Pflanzenwechsel nöthig sind. Diese Zeit aufzufin-den, und besonders die Ausmittclung: welche Nachfrüchte jeneEntgiftung vorzugsweise beschleunigen oder verzögern, ist fin-den Agronomen von größter Wichtigkeit, und man kann eswohl als einen ausgemachten Sah annehmen, daß, je seltenereine und dieselbe Pflanzenart auf demselben Terrain gebauctwird, desto schwerer ihr Gedeihen sei, wenn nur nicht in demZeitraum antistatische Pflanzen daselbst gewachsen sind. Sowürde auch nach langem Zeitraum schwerlich Buchweizen wiederauf Feldern gedeihen, auf denen mehrmals Hederich (rapli»nu8rgpllgnistrum) oder Spargel (spoi-KuIa arvonsis) gewachsenwären, oder Roggen auf Feldern, auf denen Berberitzen (bordl!ri8vulssarirO Ueberhand genommen hatten. Einige Erfahrungs-beispiele mögen hier über die Zeiträume, welche erforderlich sind,Andeutungen geben:
Der rothe Klee darf, mögen Zwischenfrüchte sein, welchees wollen, erst nach sechs Jahren wieder gcbauet werden,so daß also erst nach so langem Zeitraume die Entgiftung