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Die Botanik in ihren Grundbegriffen mit Rücksicht auf ihre historische Entwicklung / von Dr. Gottl. Wilh. Bischoff
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Allgemein-Geschichtliches.

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Vorsteher des botanischen Gartens zu Montpellier unter Heinrich's IV. Regierung(geb. 1558, gest. 1630), Jac. Phil. Cornutus, Arzt zu Paris, welcher imJahre 1635 ein Werk über kanadische und andere Pflanzen nebst einem Verzeich-nisse der um Paris wildwachsenden Arten herausgab, Jacques Barrelier,Dominicanermönch aus Paris (geb. 1606, gest. 1673) und Pierre Magffol,Professor zu Montpellier (von 16181715 lebend) um die beschreibende Botanikverdient. Italien hatte an Antonio Donati, Apotheker in Venedig (um dasJahr 1631), Ambrosinio Giacomo Zanoni, Vorsteher des Gartens zuBologna (von 16151682 lebend) und Paolo Boccone, einem Cistercienser-mönche aus Savona ('geb. 1633, gest. 1704) tüchtige Forscher und Schriftsteller,die sich mit Beobachtung der vaterländischen, so wie der in Gärten gezogenen aus-ländischen Pflanzen beschäftigten.

Außerdem wurden von den in allen anderen Welttheilen reisenden Botanikern eineMenge neuer Pflanzen entdeckt und beschrieben. Die reichsten Schätze lieferte Ostindien,woselbst durch die Ausbreitung der holländischen Herrschaft sich ein weites, gesicher-tes Feld für Naturforschung überhaupt erschloß. Die größte Bereicherung erhieltdie Pflanzenkunde von daher durch den Statthalter der holländisch - ostmdischenCompagnie in Malabar, Henrick van Rheede tot Drakensteen (geb. 1635,gest. 1691), welcher die dortigen Pflanzen von Brammen sammeln und beschreiben,zum Theile auch durch den ihn begleitenden Missionar, Pater Mattei di S. Giu-seppe , zeichnen und das Ganze durch mehrere holländische Gelehrte in einem kost-baren Werke, in 12 Foliobäuden (vom Jahre 16781703) bekannt machen ließ;dann durch einen Deutschen, Georg Eberhard Rumpf oder Rumphiusaus Hanau (geb. 1637, gest. 1706), der während seines langjährigen Aufent-haltes in Ostindien und namentlich auf Amboina, wo er Unterstatthalter war,mit unermüdlichem Fleiße die Naturgegenstände daselbst sammelte, zeichnete undbeschrieb und seine eifrigen Untersuchungen selbst dann nicht aussetzte, nachdem erin späteren Jahren erblindet war, durch eine Feuersbrunst alle seine Sammlungenund durch Schiffbruch mehrere seiner Handschriften verloren hatte, sondern mitHilfe junger Männer, die ihm von der Compagnie beigegeben wurden, die Arbeitenan seinem großen botanischen Werke fortsetzte, welches schon im Jahr 1690vollendet war, aber erst 50 Jahre später (durch Joh. Burmann) znm Druckebefördert wurde. Ein anderer Deutscher, Engelbert Kämpfer aus Lemgo(geb. 1651, gest. 1716), bereiste die Länder der südlichen Hälfte Asien's, vonArmenien bis Japan, und machte nach seiner Rückkehr in die Heimath die Ergeb-nisse seiner Reise und darunter auch seine zahlreichen Entdeckungen im Pflanzen-reiche bekannt. Aegyptcn wurde vou Joh. Vesling, aus Minden, späterProfessor in Padua (von 15981649 lebend), Madagaskar von dem französischenStatthalter daselbst, Etienne de Flaconrt, ein Theil Australien's von demFreibeuter Guillaume Dampier durchforscht. In Brasilien sammelten unduntersuchten die Naturgegenstände Wilhelm Piso, ein holländischer Arzt, undGeorg Marcgraf aus Liebstadt, Beide als Begleiter des Grafen Moritz vouNassau aus dessen Seezuge zur Unterwerfung der Küstenländer Brasilien's (imJahre 16361641), welcher Letztere selbst für die Kenntniß der Pflanzen jenesreichen Erdstriches nicht Unerhebliches leistete. Der Jrländer Hans Sloanehatte Westindien (von 16871688) besucht und eine bedeutende Sammlung vonPflanzen zurückgebracht, über welche er später (17071727) in seiner Reise-beschreibung Nachricht gab. In dieses Jahrhundert fällt auch die Gründung derersten naturwissenschaftlichen Vereine, welche mehr oder weniger auf die Pflanzen-kunde von segensreichem Einflüsse waren. In Italien entstand die ^euäeinia äs'lineei, von dem Fürsten Federico Cesi zu Rom gestiftet (1603), in London