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Die Botanik in ihren Grundbegriffen mit Rücksicht auf ihre historische Entwicklung / von Dr. Gottl. Wilh. Bischoff
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Beschreibungslehre oder Phytographie.

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sentlichen Differenz:noineu speeillouiu est itugue Oillereutiu essentlL-lis" sagt er selbst (in seiner stillos, bot. p. 202). Als Trivialnamen im engernSinne betrachtete er die von seinen Vorgängern, znmal die von den ältestenBotanikern eingeführten Pflanzennamen, welche meist nur aus einem einzigenWorte bestanden und die Linne zur Bezeichnung der Arten beibehielt und insubstantiver Form hinter den Gattungsnamen setzte, z.B. Dumex ^estosu, Do-I^Zouuiu Distorta, ^.eorus 6slnmus, Dills« 6lro ssuluriu, OntureeLtru-

illoiiiuM. In neuerer Zeit, wo Niemand mehr eine wesentliche Differenz fürden Namen selbst gelten läßt, besteht also der Name einer Art in der Regelnur aus zwei Wörtern, nämlich aus dem Gattungsnamen und dem Trivialna-men im weitern Sinne. Wie wir nun für jede bekannte Gattung und Art be-sondere Namen haben, so führt auch jede Familie oder natürliche Ordnung und,wie uns aus der Systemkunde bereits bekannt ist, meist auch jede der höherenAbtheilungen des Pflanzenreiches ihren eigenen Namen, so wie auf der andernSeite auch jede Unterabiheilung einer Gattung und jede Abweichung einer Art oderjede Spielart ihren besondern Namen erhalten kann. Bei Nennung einer Artwird jedoch nur der Gattungs- und Trivialname ausgesprochen, bei einerSpielart aber, außer dem Artennamen, auch noch ihr Name beigefügt, wennsie einen solchen überhaupt besitzt," der Name der höheren Abtheilungen aberverschwiegen. So spricht man z. B. den Namen für die in den Gärten häufigvorkommende zweifarbige Spielart der einfachen gelben Rose (mit innen leb-haft sammetartig-rothen und außen gelben Blumen) aus: kosn lotsn, vnrie-tns puuieon, ohne des Familien-, Ordnungs - oder Classennamens zu erwäh-nen, es sei denn, daß man die letzteren eines besondern Zweckes wegen zunennen für nöthig erachtet. Die Spielarten oder Varietäten werden, wie dasgegebene Beispiel zeigt, mit einem besondern Zeichen versehen, wozu man amHäufigsten die Buchstaben des griechischen, in manchen Fällen auch des la-teinischen Alphabets benutzt, und diese Zeichen werden selbst dann angewendet,wenn die Spielarten, wie es manchmal wohl der Fall ist, keinen besondern Na-men erhalten.

Für die Bildung der Pflanzennamen hat man im wissenschaftlichen Verkehredie lateinische Sprache gewählt, weil diese als die allgemeine Gelehrtensprachevon den Gebildeten der meisten civilisirten Länder verstanden wird. Doch nimmtman auch häufig die griechische Sprache zu Hilfe, da sie, ihrer größern Bieg-samkeit wegen, zur Bildung zusammengesetzter Wörter viel mehr geeignet ist,wobei man aber die Schreibart und besonders die Endung der aus dem Grie-chischen entlehnten Namen der lateinischen Sprache anpaßt, wie dieses schon beiden Römern Gebrauch war. So haben wir z. B. aus dem Lateinischen die Na-men kosn, Dilluin, kulliu, aus dem Griechischen die Namen DrxuZiuiuDelinutllus (^).,«i^6os), I^oopus Es sind jedoch auch nicht wenige

Namen aus anderen Sprachen aufgenommen worden, besonders wenn sie einenden lateinischen ähnlichen Klang hatten oder ihnen durch eine leichte Abänderungein solcher gegeben werden konnte, z. B. aus dem Italienischen die Namen 6u-Ie§u, De^utellu, aus dem Spanischen Loor^ouern, aus dem Deutschen kruuslla(eigentlich Druuelln, Braunelle), Noiekellu (Morchel), DeeeulluriAg,(Bachbungen), aus anderen, fremden Sprachen rUesiwu, sollen, vsturu,luZu, Köluiubiurn, Duxllsr, llllss, Duccn. Dann gibt es noch viele, zumal un-ter den Gattungsnamen, welche nach den Namen von Männern oder Frauen,die sich irgendwie um die Botanik verdient gemacht, gebildet sind und häufig,trotz ihrer lateinischen Endung, einen sehr fremdartigen Klang haben, wie dieNamen Ducllsin, Loelrsutero, Dauern, Luullussis, llussieuu, Oesvuuxin, Lluorvl-