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Botanik.
Grundzüge der Botanik." Wien 1843. (8). „härten Ns aussiöii, Lotsni^ue." karis1844. (12).
7. Die Zergliederungslehre, Pflanzenanatomie oder
Phytotomie,
welche bereits in der letzten Hälfte des 17. Jahrhunderts (wie schon imallgemein geschichtlichen Theile erläutert worden) durch Grew, Malpighiund Leeuwenhoek einen so bedeutenden Aufschwung erhalten hatte und dannin einen fast hundertjährigen Stillstand verfiel, ward selbst von Linno so geringgeachtet, daß er sie nicht einmal als Zweig der wissenschaftlichen Botanik geltenließ und die Phytotomen'den bloßen Kräuterliebhabern (Botanophilen) beizählte.Selbst nachdem man angefangen, die Wichtigkeit der Erforschung des innernBaues für die gesammte Pflanzenkunde einzusehen, fand dieser Zweig doch langenoch keine umfassende Bearbeitung, indem die Phytotomen sich bis zum Schlüssedes vorigen Jahrhunderts nur mit der anatomischen Untersuchung einzelnerPflanzentheile beschäftigten, ohne ein zusammenhängendes Bild des innernPflanzenbaues zu geben. Dieses wurde erst nach dem Beginne des gegenwär-tigen Jahrhunderts versucht, und hier war C. F. Brisseau-Mirbel, Pro-fessor und Akademiker zu Paris, der Erste, welcher ein umfassendes phytonomischesWerk schrieb, dadurch aber, daß er über die Elementar-Organe viele absonder-liche, von denen der übrigen, namentlich der deutschen Phytotomen ganz ab-weichende Ansichten ausstellte, manche Widersprüche hervorrief. Zur Lösung derletzteren machte die königl. Societät der Wissenschaften zu Göttingen (im Jahre1804) die Auseinandersetzung der streitigen Punkte zum Gegenstände einer Preis-frage, und in Folge davon erschienen fast gleichzeitig drei Schriften über deninnern Bau der Pflanzen — im Jahr 1806 von Lud. Christ. Treviranus,zuerst Professor in Bremen, dann in Breslau und Bonn, im Jahr 1807 vonHeinr. Friedr. Link, Professor in Rostock und später in Berlin, und vonCarl Asmund Rudolphi, Professor in Greifswalde — welche durch diein ihnen enthaltenen neuen Entdeckungen und zahlreichen Berichtigungen frühererIrrthümer Viel zu dem höhern Aufschwünge, welchen die Phytotomie von daan genommen, beitrugen. Während der unermüdliche Mirbel zur Vertheidi-gung seiner durch diese Preisschriften angegriffenen Lehren noch mehrere, auchmanche gute Beobachtungen und Erklärungen enthaltende Werke bekannt' machte,erschienen nach einander in Deutschland noch verschiedene Schriften über diesenLehrzweig — von Jak. Paul Moldenhawer, Professor zu Kiel (1812),von Kurt Sprengel, Professor zu Halle (1812 und 1817), und von Dietr.Georg Kiefer, Professor zu Jena (1813 und 1815), welche in Verbindungmit den anatomischen Untersuchungen einzelner Pflanzen und Pflanzentheile, diein zahlreichen Schriften von verschiedenen Autoren bekannt gemacht wurden, dieKenntniß des innern Baues immer weiter förderten. Die Zahl Derjenigen,die sich in den zwei letzten Jahrzehnten mit phytotomischyn Untersuchungen be-schäftigten, vermehrte sich bis in die neueste Zeit so sehr, daß es nicht möglichist, alle hier anzuführen. Außer Treviranus, Link und Mirbel, welchebis jetzt ihre Thätigkeit auf diesem Felde fortsetzten, sind besonders noch zunennen: Franz Jul. Ferd. Meyen, Professor zu Berlin (gest. 1840), durchviele neue Beobachtungen und eigenthümliche Ansichten ausgezeichnet, FranzUnger, Professor in Gratz, welcher ebenfalls viel Tüchtiges geleistet , und Hugov. Mohl, Professor in Tübingen, dem wir, nebst Schleiden, unter denneueren Phytotomen die wichtigsten Entdeckungen und die meisten Berichtigungen