112
Botanik.
Pflanzen), bald in fester und körniger Form die Zelle erfüllend (in vielen Sa-menkernen z. B- von Impinus, Ooiatonia, Lainarinäus, Iropasolum), und lastensich bei einiger Uebung zum Theil schon an ihrem besondern Aussehen, ferneran der gelbbraunen bis dunkelbraunen Färbung, welche sie mit Jod annehmen,und endlich daran erkennen, daß sie sich in erwärmter concentrirter Salzsäuremit blauer oder violetter Farbe auflösen. Das körnige (feste) Protein unter-scheidet sich von dem im trockenen Zustande ihm ähnlich sehenden und durch Jodsich ebenfalls gelb bis braun färbenden Jnulin dadurch, daß es, auch unter Wassergebracht, sichtbar bleibt.
Die wichtigsten Schriften über die Zergliederungslehre, welche aber zum Theil zugleich überPhysiologie der Pflanzen handeln, find in chronologischer Ordnung folgende: „LsUemlsbOrsv, Ibs Ävslomx vk xlavts" sie. I-cmäcm 1682 (kl. Fol.), mit 83 Kupfert. Davon waren
die einzelnen Bücher schon unter besonderen Titeln früher (vom I. 1671—1677) im Druck er-
schienen. — „ülarselhi blLlxigb! Lnaloms xlantarnm". vonä. t?srs I. 1675. l?. II. 1679.2. Ausg. des 1. Theils: Iwuä. 1676. 3. Ausg. Imgällv. Latav 1687. Ist auch enthalten indessen „Opera omnia", Toni. 1686 (Fol.), wovon mehrere spätere Ausgaben existiren: Imgä.Lat. 1687 (4) mit 87 Kupfert. Lmstsloä. 1698. 1755 <4). Vsvsl. 1743 (Fol.). — „0. x.Ditssean-LIirb«I, lbraitä ä'ÄllLtomis st äs xbxsivlogis vsgstcäs". vsris 1802. 2s «4it.1813. 2 Bde. (8). Desselben „Exposition st äälövss äs ma tbävris äs I'oiLLNisativn vägstLls".Ta Ila^k 1808. Ferner „Exposition äs In tbsoris äs 1'oiKLnis. -vsgät., ssrvant äs löponssaux gusstions pioxosäss sn 1804 par 1a Looiäts rovals äs OottinZno". 2. 6ä. karis 1809(8), mit Kupfert. — „Lud. Christ. Treviranus, Vom inwendigen Ban der Gewächse undvon der Saftbewegung in denselben." Göttingen 1806 (8), mit 2 Kupfert. — „Karl As-mund Rudolphi, Anatomie der Pflanzen. Eine von der kön. Societät der Wissensch. in
Göttingen gekrönte Preisschrift". Berlin 1807. (8), mit Kupfert. — „H einr. Friedr. Link,
Grundlehren der Anatomie und Physiologie der Pflanzen. Göttingen 1807 (8), mit 8 Kupfert.(Ebenfalls eine von der k. Soc. zu Gött. gekrönte Preisschrift)." Dazu erschienen: „Nach-träge" u. s. w. Gött. 1809 und 1812. — „Joh. Jac. Paul Moldenhawer, Beiträge zurAnatomie der Pflanzen." Kiel >812 (4), mit 6 Kupfert. — „Kurt Sprengel, von demBau und der Statur der Gewächse. Halle 1812 (8), mit 14 Kupfert. Desselben „Anleit. zurKenntniß der Gew." l.Band. Das. 1817 (8), mit lOKnpfert. — „visti. Osorg Liesse,ils'ruoirs sur 1'orgauisatiou äss plautes" ets. Larleill 1813 (4), mit 22 Kupfert. „Desselben„Grundzüge der Anatomie der Pflanzen" u. s. w. Jena 1815 (8), mit 6 Kupfert. — „FranzJul. Ferd. Meyen, Phytotomie". Berl. 1830 (8), mit 14 Kupfert. (kl. Fol.). — „M-I. Sch leiden, Grundzüge der Wissenschaft!. Botanik m. s-w. 1. Theil." Leipzig 1842. ZweiteAufl. 1815 (8), mit Holzschn. und 1 Kupfert. Desselben „Beiträge zur Botanik. GesammelteAufsätze". 1. Band. Leipzig 1844 (8), mit 9 lithogr. Taf. — „Hugo v. Mohl, Ver-mischte Schriften botan. Inhalts. Tübingen 1845 (4), mit 13 lith. Taf." Mehrere für Phy-totomie wichtige Aufsätze von demselben finden sich in der seit 1843 von ihm und v. Schlech-te ndal herausgegebenen „Botan. Zeitung". — „F. Unger, Grundzüge der Anatomie undPhysiologie der Pflanzen." Wien 1846 (8), mit eingedr. Holzschn.
8 Die Pflanzenphyfiologie
ist der schwierigste Zweig nicht nur der Phytonomie, sondern auch der gesammten Pflan-zenkunde. Zur Erklärung der mannigfaltigen Lebenserscheinungen bedarf sie der Zer-gliederungslehre, der Physik und Chemie; da sie aber selbstjetzt noch an der Hand dieserin unserer Zeit so weit ausgebildeten Hilfswissenschaften Vieles bei Erforschung der Ur-sachen der Erscheinungen unaufgeklärt lassen muß, so konnte sie noch viel weniger in frü-herenZeiten, wo jene Wissenschaften noch in ihrer Kindheit waren, in die zahlreichenVorgänge des Pflanzenlebens Aufklärung bringen. Daher blieben auch die physio-logischen Forschungen der älteren Phytotomen meist weit hinter ihren anatomischenArbeiten zurück, obgleich Malpighi doch schon manche interessante Beob-achtungen über die Entwickelung des Eichens zum Samen, über Keimung derSchmarotzerpflanzen u. s. w. (auch über krankhafte Auswüchse) machte, eben soGrew und seine beiden schon früher genannten Landsleute Tongue und Lister