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Die Botanik in ihren Grundbegriffen mit Rücksicht auf ihre historische Entwicklung / von Dr. Gottl. Wilh. Bischoff
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Botanik.

gewisse Gruppen des Gewebes in Form und Inhalt einander gleich oder doch,sehr ähnlich, z. B. im Parenchym der Keimblätter und des Albumens der Sa-men, so wie der Knollen vieler Pflanzen, ferner im Prosenchym des Bastes undHolzes und im Gefäßgewebe. Manche Lebens-Processe treten nur bei den zuGeweben vereinigten Zellen auf; dahin gehören: die Anlagerung der Verdicküngs-schichten aus der innern Wand der primären Zellenmembran und die daraus be-ruhende Bildung der Poren-Canäle, welche bei je zwei benachbarten Zellen immergenau einander gegenüber liegen und dadurch die nahe Beziehung andeuten,,worin die Nachbarzellen zu einander stehen; die Absonderung verschiedener Stoffeaus den Zellen in die Jntercellular-Räume, wie der Gase in die Lustgänge undin einen Theil der Jntercellulär-Gänge, der Milchsäfte, des Harzes und Gum-mi's in die Saftgänge, der festen Jntercellular - Substanz in einen andern Theilder Jntercellular-Gänge; die Bildung der Hüllhaut bei oberhautlosen Pflanzenund des Ueberhäutchens (entieula) der Epidermis, wenn dieses wirklich durchAbsonderung aus den Oberhautzellen entsteht (wie Treviranns und Schlei-den behaupten) und nicht aus den veränderten primären Membranen der Ober-hautzellen gebildet wird (wie Mohl annimmt). Nur in den durch allseitigeVereinigung der Zellen gebildeten Geweben kommen ferner die ästigen Milchsaft-zellen und die zu Bündeln vereinigten (Faser-) Gesäße vor. Die letzteren, welche(wie schon früher bemerkt) aus reihenweise vereinigten Zellen mit durchbrochenenoder resorbirten Scheidewänden bestehen, stimmen alle in ihrem Lebens-Processesehr überein und unterscheiden sich von einander nur nach der vom Alter undihrer nächsten Umgebung abhängigen Gestaltung ihrer Wände. Sie enthaltenim Anfange Flüssigkeit und kommen in ihren Verrichtungen mit den übrigen Zellenüberein, bis die Ablagerung der Fasern auf ihrer Innenwand und die Durch-brechung der Resorption der Scheidewände erfolgt ist; dann führen sie in der Re-gel keine Flüssigkeit mehr, sondern enthalten nur noch Luft. Zeitweise scheinenjedoch die Gefäße auch noch der Pflanze als Flüssigkeit führende Canäle zu die-nen, nämlich beim Aufsteigen des Frühlingssastes, wo sie aber nur als Behälterzur Aufnahme des übermäßig zuströmenden und nicht sogleich zu verarbeitendenNahrungssaftes erscheinen, ohne selbst an dessen Assimilation Theil zu nehmen,da sie keine festen Stoffe und neuen Verdickungsschichten in ihrem Innern bilden.Selbst die Bildung der blasenförmigen Füllzellen, welche in den älteren punktirtenGefäßen vieler Pflanzen, unter anderen in der Wurzel des gemeinen Kürbisses, imHolze vieler Bäume, zumal der Eiche, sich bilden und manchmal die ganze Höhlungderselben verstopfen, geht nach neueren Untersuchungen (s.B. Zeit. 1844. S. 225.)nicht von dem Gesäße selbst, sondern von den benachbarten Zellen aus, welcheschlauchförmige Aussacküngen durch die Poren-Canäle der Gefäßwand treiben, diesich in der Höhle des Gefäßes vergrößern und zuletzt von der Mutterzelle völligabschnüren, so daß sich hier, ebenso wie in dem vorhergehenden Falle, die Gefäßeselbst ganz passiv verhalten.

Es wurde schon bei der Ernährung der einzelnen Zelle bemerkt, daß eshauptsächlich vier Grundstoffe — Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stick-stoff— sind, woraus dieselbe ihre organischen Bestandtheile bereitet, und daß sieaußerdem noch eines geringen Antheiles Schwefel und Phosphor, so wie verschie-dener unorganischer Salze zu ihrem vollständigen Assimilations-Processe bedarf.Dasselbe gilt auch für die Ernährung der (ganzen) zusammengesetzten Pflanze.Hier steht nun fest, daß die Pflanze aus der Erde oder der Atmosphäre die zurBildung organischer Substanzen nöthigen Elemente nie in ihrem freien und ge-sonderten Zustande, sondern nur in ihren verschiedenen unorganischen Verbindun-gen und auch diese nur in Wasser aufgelöst aufnehmen kann. Wir können daher