Die Berichte von dü Lüc über Bern und die Berner. 30!
lich mit seinem Kollegen gemacht habe, gesehen. Es habe denAnschein, als würden sie Beide verreisen, ohne sich allein zusprechen. Herr Cambiaques müsse also ihre Geister vereinigen,weil es nicht möglich sei, daß sie sich körperlich zusammenfinden.Der Herr von Erlach sei einer der liebenswürdigsten Männer,die er kenne, und er werde ihm gewiß von ganzem Herzenhelsen, denn seine Plane können Niemanden abschrecken, da ernur den Kanton Bern wieder gewinnen und in demselben diefrühern Gesinnungen für Frankreich wieder wecken wolle. Daer aber vielleicht bei dem Hofe oder bei dem Kanton auf un-übersteigliche Hindernisse stoßen werde, so wolle er wenigstensden Vortheil dabei finden, eine feste Freundschaft mit einemManne geschlossen zu haben, der ihm, wie der Schultheiß, durchseine Verdienste, seine Gradheit und Festigkeit dieselbe wünschens-werth mache. Aus einem Briefe von dü Lüc an Ebendenselben,vom 29. Brachmonat, zeigt sich, daß ihm Cambiaques Original-briefe von Willading, welche den Grafen betrafen, zugeschickthatte, denn er sagt, er schicke die ihm anvertrauten Briefe zu-rück. Wenn Herr Willading darauf beharre, zu glauben, daßer aus Leidenschaft gegen seinen Kanton gehandelt habe, oder.daß er schlechten Räthen folge, so werde nichts ihn davon ab-bringen ; aber wenn er sich seiner Vernunft bedienen und Gründeanhören wollte, so wäre es leicht, ihn von seinen vorgefaßtenMeinungen zurückzuführen. Was ihn betreffe, so sei es garnicht nöthig, ihn wegen des Briefes zu besänftigen, den er anBern wegen des Schreibens von St. Saphorin an den GrafenSalm geschrieben habe. Er wolle ihn der schärfsten Kritik unter-werfen; aber er gestehe, daß, wenn er geglaubt hätte, dadurchdem Herrn Willading Mühe zu machen, so hätte er ihn nichtgeschrieben, und seine Klagen über diesen Punkt lassen ihn be-sorgen, Willading sei gegen Frankreich gesinnt, wie ein zänkischerMann gegen seine Frau, der durchaus behauptet, die Frau habe