Die Berichte von dn Lüc über Bern und die Berner. 303
zu berichten, wenn er diesem Mißverhältnisse abhelfen wolle; erwerde ihm dann ein umständlicheres Memorial darüber ein-reichen. Ferner sagt er:
Der holländische Resident Reboullet gebe den Bernern zuverstehen, daß die Generalstaaten in Friedenszeiten 50,000 Mannbedürfen, ihr Land zu bewachen; sie beabsichtigen aber, alle an-dern Truppen, die sie in ihren Diensten haben, zu verabschie-den, um nur Schweizer und Nationaltruppen zu behalten, dasie nicht vorsehen, mit den Schweizern jemals uneinig zu wer-den, während sie die deutschen Truppen nie als ihnen wahrhaftergebene betrachten können; auch könnten sie leicht mit Kaiserund Reich in Zwist gerathen, in welcheyl Fall sie diese Truppenverlieren würden; auch könne man weder bei den deutschenOffizieren noch bei ihren Truppen jemals eine gute Disziplineinführen, und durch ihre Räubereien richten sie jedes Land zuGrunde, in dem sie sich befinden.
Der König könne besser als jeder Andere es beurtheilen, obdiese Gründe richtig seien; ihm genüge es, zu sagen, daß diesesdie Sprache des Herrn Reboullet sei.
Se. Majestät wisse, ob es wahr sei, daß die Generalstaateneine Armee von 50,000 Mann bedürfen, in Friedenszeiten ihrLand zu bewachen. Wenn er wüßte, daß dieses nicht möglichoder nicht nothwendig wäre, so würde er daraus schließen, daßder Herr Reboullet nicht die Wahrheit sage und andere Absichtenhabe als diejenigen, die er äußert. Er würde glauben, daß ereinzig zum Zwecke habe, einen Bund zwischen seinen Obern undder Eidgenossenschaft zu errichten. Es wäre aber um so nöthiger,dieses zu verhindern, da es, wenn der Bund einmal abgeschlossen,nicht möglich sein würde, die Werbungen zu verhindern, undnoch viel weniger die protestantischen Kantone wieder zu gewinnen.
Dieser Resident suche einstweilen nur die Sache vorzubereiten,um sie beim Frieden in Vollziehung zu bringen; dann werde