Bericht über Faischmünzer und Steile
313
Instrumenten zur Münzfabrikation gefunden habe. Da nun dieseExpédition gelungen sei, so sei es wahrscheinlich, daß die Schmugglerdadurch werden zurückgehalten werden. Er lege die Briefe bei,die er nach Bern und Lucern geschrieben habe. Es werde denMinister vielleicht befremden, in dem Briefe an Bern den Namenvon Malacrida nicht zu finden. Seine Kenntniß der Karte vonBern habe ihn dazu bewogen, Willading allen Vorwand zubenehmen, sich zu erzürnen, und die Malacridas, seine Freundeund Kreaturen, in Schutz zu nehmen; außerdem sage man ihm,es führe der Styl seiner Briefe Die, welche sich von Frankreicham weitesten entfernt haben, wieder zurück, so daß allmälig diesearmen Leute, denen man die Augen verblendet hat, klarer sehen,und wir mit der Zeit einigen Vortheil daraus ziehen werden.
Er werde trachten, die Konferenzen zwischen den SchultheißenBesenval und Willading wieder anzuknüpfen, um, wenn es mög-lich sei, die Streitigkeiten wegen Stein gütlich beizulegen. Wenndieses gelinge, so werde wahrscheinlich wieder Ruhe eintreten,da nur das Toggenburger Geschäft zu beseitigen übrig bleibe,wo der schändliche Mönch (ce vilain moine) von St. Gallen seineHerrschaft verlieren werde, bis günstigere Zeiten für ihn er-scheinen, was aber nicht so bald erfolgep werde. ")
"1 A. a. O. S. 492. Diese Streitigkeiten zwischen den katholischen Ortenund Zürich hatten ihren Ursprung darin, daß die Stadt Stein im Jahr1457 von den Herren von Klingenberg alle Herrlichkeiten, Richtung undGewaltsame, es sei von Vogtei, von Diensten, von Freveln, welche dievon Klingenberg ennet (icnseits) Rheins besessen, kaufte. Im Jahr 1304wurde ein Vertrag gemacht, daß die Mannschaft vor der Brücke den7 Orten, und die hohen Gerichte und der Wildbann den 10 Orten ge-hören sollen. Dessen ungeachtet wurde die Mannschaft von diesem kleinenBezirk nie in ein thurgauisches Quartier eingetheilt, sondern immer mitden Bewohnern der Stadt Stein gemustert, und fie zogen mit Zürichins Feld. Als nun 1708 der bekannte Hauptmaun Ackermann von Unter-walden Landvogt im Thurgau wurde, der sehr feindselig gegen Zürichgestimmt war, forderte er die auf der thurgauischen Seite gelegenen