Band 
Zweiter Band.
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Bericht des la Martiniere über seine Sendung nach Bern. 5H7

lichen : Er sei vorigen Tages um 8 V, Uhr Abends in Bernangekommen und alsobald zum Schultheißen Willading gegangen,der ihm entgegengekommen und freundlich lachend gesagt habe:Es sei etwas Neues, daß er ihn bei sich sehe, woraus er ge-antwortet habe, er wünschte sehr, öfters den Anlaß zu haben,ihm seine Ehrerbietung zu bezeugen.

Als hierauf der Schultheiß sagte: „Sie kommen im Namendes Bischofs", habe er erwiedert: Nein, er komme im Namendes Gesandten, ihm zu sagen, wie sehr dieser wünschte, zu Erhal-tung der Ruhe in der Schweiz beitragen zu können, und daß erden Auftrag habe, den Schultheißen um einen Rath zu ersuchen.

Unter vielen Danksagungen für das Zutrauen des Ambassa-dorö habe Willading jedoch abgelehnt, einen Rath zu geben,weil er sich seit dem Traktate von Nidau nicht mehr mit diesemGeschäft abgegeben habe, und eine Kommission, bestehend ausden Herren Bücher, Roll, Lerber, Steiger und Mai damit be-auftragt sei; der Sekretär werde also wohl thun, sich an diesezu wenden. Auf erneuerte Bitten deö Letzter» habe der Schult-heiß erwiedert: Er versichere ihn auf seine Ehre, daß er sichvorgenommen habe, keine Räthe mehr zu ertheilen, und daß Se.Exzellenz so viel Talente besitze, und seit er in der Schweiz sei,so viel Einsicht gezeigt habe, daß er keinen Rath nöthig habe,vielmehr Andern Rath ertheilen könne. Übrigens könne er fürdie Gesinnungen seiner Obern nicht gut stehen. In der Kom-mission habe es einige Hitzköpfe, und in dem Rath der Zweihundertmehre junge Leute, welche die Geschäfte nicht allemal mit dernöthigen Weisheit und Vorsicht behandeln; in Republiken könneman auf nichts zählen. Während nun der Sekretär immerfortdarauf drang, daß der Schultheiß seinen Rath geben solle, wandsich der Schultheiß auf alle mögliche Weise, um dieß auszu-weichen. Endlich fragte der Sekretär, ob er glaube, seine Obernnähmen das Anerbieten einer Vermittlung durch den Ambaffador