Bericht des la Martiniere über seine Sendung nach Bern. 33i»
Auf die Frage, ob nicht beide Parteien zufrieden wären, wennman die Auswanderung gegenseitig vornähme, antwortete Willa-ding: Unter dem Felsen wohnen nur Katholiken, und der Kan-ton Bern begehre nicht, daß man dort einen einzigen Protestantendulde; aber er behaupte das Gegenrecht ob dem Felsen. Dabeibeklagte er sich, daß die katholischen Kantone die Sachen nie aus-machen wollen. Es sei nur bei ihnen gestanden, das Toggen-burger, das Bremgarter und das Neukircher Geschäft schonlängst zu beendigen. Auf die Versicherung des Sekretärs, daßder Ambaffador nur wünsche, die Kantone einander zu nähern,erklärte der Schultheiß, daß seine Obern mit Vergnügen undHochachtung Alles aufnehmen werden, was der Ambaffador ihnenmitzutheilen für gut finden werde.
Die Konferenz endigte um Mitternacht, unter der Zusicherungdes Schultheißen, daß er mit feinen Kollegen von dem Geschäftesprechen werde, und der Versicherung des Sekretärs, daß er da-durch nur die Gefühle der Hochachtung und Verehrung vonSeite des Ambaffadors vermehren werde.
Während de la Martiniere noch in Bern mit dieser Unter-handlung beschäftigt war, berichtet der Ambaffador darüber den10. Brachmonat an den Markis von Torcy, und meldete ihmzugleich, daß der Verkauf von Neuenburg an die Berner liegenbleibe. Er zweifle, daß der Kanton über viel Geld zu verfügenhabe. Se. Majestät der König von Preußen habe den Verstandgehabt, das Neuenburgische auf Unkosten der hochmächtigen Herrenvon Bern einzunehmen, die schnell den Markt abschließen würden,wenn sie nicht noch hofften, die Freigrafschaft dem Brandenburgerzuschanzen zu können, und dadurch sich der Rache des Königszu entziehen. Er hoffe, es werde ihnen nicht gelingen, undwenn einmal der Wind wieder günstig für Frankreich sei, werde
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