Bericht des la Martiniere über seine Sendung nachBern. 541
mit Mailand, die Bündnisse mit dem Herzoge von Savoyen,mit der Republik Wallis und dem Bischöfe von Basel anführte,unter Versicherung, daß man seinen Obern nichts Ähnlichesvorwerfen könne. Dabei entwischten ihm die Worte: Manmüsse zuweilen kriegen; aber nachdem ihm der Sekretär dietraurigen Folgen des Krieges geschildert hatte, gestand er, daßnichts so wünschenswerth sei, wie der Frieden. Die katholischenKantone, sagte er ferner, nehmen sich wohl in Acht, öffentlichsich in dieses Geschäft zu mischen; sie haben einen Bund mitdem Herrn Bischof von Basel, ohne welchen wir ihre Vermitt-lung nicht ausschlagen würden; aber was wollen sie dann thun?Wollen sie ihm Hülfe zukommen lassen, und ist ihr Bund mituns älter, als derjenige mit dem Bischof? Der Sekretär ant-wortete nun, daß der König keinen Bund gegen irgend einenKanton mit diesem Prälaten habe, und daß er deßwegen hoffe,die Herren von Bern werden mit Vergnügen die MediationSr. Exzellenz annehmen, worauf der Schultheiß versicherte, daßdas Geschäft, wenn es nur von ihm abhienge, bald beendigt seinwürde.
Als dann der Sekretär den Brief des Ambaffadors Willadingübergeben wollte, wies er ihn deßwegen an den regierendenSchultheißen, und ebenso lehnte er eine Abschrift ab, weil ernoch am nämlichen Tage denselben werde vorlesen hören. Dessenungeachtet las ihn der Sekretär vor. Willading billigte ihn undwiederholte, daß man von den aufrichtigen Gesinnungen desAmbaffadors überzeugt sei, und in dieser Meinung suchte ihnder Sekretär möglichst zu bestärken. Dann gieng er zum Schult-heißen Grafenried, der ihn versicherte, daß er nicht nur denSchritt des Herrn Ambaffadors nicht übel nehme, sondern daßer wünschte, seinen Eifer für den König, für Se. Exzellenz undfür das Vaterland mit Aufopferung alles Dessen, was ihm liebsei, bezeugen zu können. Mit der Unterredung des Sekretärs