5 U
Buch !>. Kapitel IV.
Bischof von Basel eine ganz neue Wendung genommen habe.Es seien Briefe des Kurfürsten von der Pfalz und des Bischofsvon Basel eingetroffen. Der Erstere anerbiete als Vikar desReichs seine Vermittlung; der Zweite begehre, daß man nichtsübereile und ihm noch eine Konferenz gestatte, indem er bereitsei, alle von ihm abhängende Satisfaktion zu geben.
Dieses sei die Ursache, warum heute im Rath der Zweihundertnichts entschieden worden sei. Man habe drei Mal die Vor-schläge Sr. Exzellenz, die Rede des Sekretärs und die ange-kommenen Schreiben vorgelesen.
Nachmittags sollte eine geheime Kommission sich berathen, wasman dem Ambaffador antworten wolle; morgen werde der Be-richt dieser Kommission dem kleinen Rath vorgetragen werden,und den nächsten Mittwoch sollten die endlichen Entschlüsse ge-faßt werden.
Man sei so sehr von den guten Gesinnungen des Herrn Am-bassadors überzeugt gewesen, daß seine Vermittlung angenommenworden wäre, wenn der Brief des Kurfürsten nicht dazwischengekommen wäre.
Der Brief des Prälaten mache aber die Meisten glauben, ersei mit dem Ambaffador einverstanden. Wenn die Meinungennicht ändern und er richtig berichtet sei, so werde man demBischof Zeit geben, bis Donnerstag über 8 Tage eine Konferenzin Nidau, Erlach oder Büren zu beschicken und sich zu ver-ständigen; wenn er aber die Katholiken nicht auswandern macht,so werde man sein Land mit Truppen besetzen und sie so langedort lassen, bis er Satisfaktion gebe und alle Unkosten werdebezahlt haben. Man werde ihm schreiben, daß dieser Aufschubihm nur gestattet werde aus Achtung für den Ambaffador. DerSekretär wisse, daß man es, wenn der Ambaffador dem Prä-laten mit Ernst rathen wollte, sich mit Bern gütlich abzufinden, inBern gerne sehen und es ihm sehr hoch anrechnen würde, indem