Bericht des la Martiniere über seine Sendung nachBern. 5Î5
man überzeugt sei, daß der Ambassador großes Gewicht bei demBischof habe. Der Sekretär habe aber darauf geantwortet, dader Prälat sich nie an den Ambassador gewendet habe und setztdie Vermittlung des-Kurfürsten von der Pfalz erbettle, so seheer keine Wahrscheinlichkeit, daß Se. Exzellenz sich der Gefahraussetzen werde, kein Gehör zu finden. Dabei bemerkt er, erhabe geglaubt, diese Sprache führen zu müssen, um desto besserzu überzeugen, daß das Anerbieten des Ambassadors nicht aufAnsuchen des Bischofs geschehen sei.
Man habe ihm dann geantwortet, der Ambassador könne durchdie katholischen Kantone dem Bischof wissen lassen, daß diesesder letzte Termin sei, und daß man, wenn er auch anführenwollte, er sei nicht ganz Meister, zu thun, was er wolle, under müsse in.gewissen Sachen die Einwilligung des Papstes oderdes Reiches haben, nicht mehr darauf achten werde.
Endlich habe der Sekretär erklärt, er werde, da die Sachenvon einem Tag zum andern eine andere Wendung nehmenkönnen, bis Mittwoch bleiben, was die Hitzköpfe nicht gernesehen, wofür aber die ruhigen Leute ihn selbst gebeten haben.
Er zweifle nicht, daß die Vermittlung des Kurfürsten werdeausgeschlagen werden, da sie dem Bischof eine zu lange Fristdarbieten würdet")
Den 17. Brachmonat 1711 erließ Bern ein äußerst höflichesSchreiben an den Ambassador, worin es alle Gründe entwickelt,die es ihm unmöglich machen, eine Vermittlung anzunehmen;daß es aber aus Achtung für die freundschaftlichen Gesinnungendes Ambassadors dem Bischof eine neue Frist gestatte, innerwelcher es sich mit ihm noch verstehen könnte. Auch könnteSe. Erzellenz noch viel dazu beitragen, wenn sie die Güte haben
*0 Bd. VI. S. 268.Zellw. Gesch. I. 2.
33