Feindselige Äußerungen des Grafen gegen Bern. 353
fich über Caftan, ohne schleuniges Recht zu erhalten, und demMarkis von TessE verspricht man, ihn zufrieden zu stellen, mansagt, weil sein Betragen Sr. Exzellenz dem Herrn Willadingangenehm war; aber für den König hat man nicht die nämlicheNeigung. Der Gras dü Lüc würde angebetet, wenn er nichtAmbassador wäre; aber dieser Rang ist schuld, daß man aufseine Briefe gar nicht achtet, und daß das Urtheil, welches inLyon gefällt wurde, als gewaltthätig und ungerecht behandeltwird; man halte sogar nun seinen Sekretär seit 3 Monaten inBern zurück und sieht sich als Vertreter des Königs täglich mitdem Falliten Castan bloßgestellt. Wäre es ihm erlaubt, nach seinerAnsicht zu handeln, so hätte er seinem Sekretär besohlen, aufder Stelle zurückzukommen und vor seiner Abreise von Berndem Amtsschultheißen zu sagen, daß das Betragen seines Kan-tons für den König höchst beleidigend sei, daß er es nicht längerdulden könne, sich allen Rechtsverweigerungen und der Ver-achtung, die man ihm zeige, ausgesetzt zu sehen, und daß diesesdie Wirkung des Ansehens sei, das gewisse Leute genießen, diedas Wohl des Vaterlandes ihren Privatleidenschaften aufopfern;endlich daß er dem Kanton Bern das nämliche Glück wünsche,welches setzt die Graubündner erlangt haben. Dann würde manerfahren, daß die Freundschaft des Königs nicht zu verachtensei, und die nöthigen Schritte thun, sie wieder zu erlangen.
Er dürfe aber dieses nicht über sich nehmen; indessen sei erempört, zu sehen, daß 5 oder 6 Lümmel kein Maß gegen Se.
Majestät beobachten.
Er erwarte diesen Abend den Herrn von Bettens/") derihm über Alles Auskunft geben werde. Er sei ein Mann, dessen
"0 Bettcns ist eine Herrschaft, welche zu dieser Zeit dem Georg Männlich
gehörte, der 1669 geboren, 1682 als Soldat in das Regiment Polier »
trat, 1683 Fähnrich, 1692 Hauptmann, 1793 Oberstlieutenant desRegiments Castella und 1769 die Kommission eines Obersten erhielt und