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Zweiter Band.
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Denkschrift von dii Lüc an seinen Hof. 301

einen großen Theil dieser Räche. Da dieser Kanton ungeachtetseiner großen Bevölkerung keinen Handel treibt, so nehmen fastalle junge» Leute Kriegsdienste, und inan findet nicht leicht einenMann, der nicht gedient hat. Obschon die zwei Kantone Zürichund Bern eine natürliche Abneigung gegen einander haben, sovereinigt sie doch sehr enge das Gefühl, daß ihre gegenseitigeSicherheit darauf beruhe.

Die Soldaten, welche in Holland dienen, sind besser bezahlt,als in Frankreich, und gewöhnen sich mehr an Sparsamkeit, da-her die meisten schöne Ersparnisse nach Hause bringen, währenddiejenigen in französischen Diensten ihren Sold verbrauchen undgrößtentheils noch von dem väterlichen Vermögen verzehren.

Bern hat einen Schatz, den man auf mehre Millionen schätzt,und ist mit allen Kriegsbedürfnissen wohl versehen. Frankreichallein setzt seinem Ehrgeize Schranken; man muß sich daher nichtverwundern, daß dieser Staat während des letzten Krieges sichso viele Mühe gab, den Franzosen die Freigrafschaft und denElsaß zu entreißen. Nach dem Widerruf des Edikts von Nantesflüchteten sich die Protestanten in das Gebiet des Kantons Bern,wo sie sich bemühten, den König als Verfolger der Reformirtendarzustellen. Der Magistrat benutzte die Stimmung des Volkes,um es gegen Frankreich aufzuwiegeln, und errichtete eine ge-heime Kammer, welcher alle Gewalt übertragen wurde.

Der gewaltthätige und ehrsüchtige Schultheiß Willading wurdean die Spitze dieser Kammer gestellt. Seine Feindschaft gegenFrankreich ist allgemein bekannt. Er ist es, welcher den St.Saphorin nach dem Haag geschickt hat, mit den Feinden Frank-reichs zu unterhandeln, damit er durch die Verletzung aller Trak-tate, die das Königreich mit Bern hat, das Zutrauen der Al-liirten gewinne. Es war St. Saphorin, welcher die Preußenaufmunterte, das Land jenseits des Doubs, nebst dem SchlosseJour, zu begehren. Die Unternehmungen in den Ccvennes, in

Zellw. Gesch. l. 2. 3«