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Blich 11. Kapitel IV.
Die Berner hatten von dem Memorial vom 19. April eineAbschrift erhalten und nach sorgfältigen Erkundigungen sich vonder Ächtheit des Aussatzes überzeugt; ja sie erhielten aus derKanzlei des Ambassadors selbst einen Bericht, worin daö Be-nehmen von du Lüc ganz so geschildert wird, wie wir es durchseine Handlung kennen gelernt haben. Es heißt darin: Sowohlder Herr von Puisieur als Herr dü Lüc haben immer gesucht,die Regierung von Bern als im Interesse des Kaisers undfeindselig gegen Frankreich handelnd dem Könige darzustellen.Deßwegen müsse der König diese Republik als nur zum Scheinmit ihm verbündet, im Grunde aber als feindselig gegen ihngestimmt betrachten, daher es nöthig sei, sie zu schwächen. Diesessei dem Verfasser dieses Berichtes seit 19 Monaten, währendwelcher er in der Kanzlei arbeite, ganz klar geworden.
Um seinen Zweck zu erreichen, habe der Graf die katholischenKantone an sich zu fesseln und durch seine Agenten gegen Zürichund Bern aufzuwiegeln gesucht. Er habe ihnen in einem Briefe,der in der Kanzlei von Solothurn aufbewahrt werde, im Namendes Königs 10,000 Mann Hülfstruppen versprochen, um siezum Kriege zu bewegen. Nachdem sie nun aber durch den Kriegganz geschwächt waren, haben sie sich ihm in die Arme werfenmüssen, weil nur er sie schützen konnte; nun aber sei sein Plan,Bern durch sie zu schwächen, und dieser Plan solle bald zurAusführung kommen.
Gleichzeitig mit diesen Nachrichten erhielt Bern auch einSchreiben von dem Ambassador vom 12. Heumonat, worin erunter dem gleißnerischen Scheine der Vertraulichkeit äußerte, wiegut es doch wäre, wenn die Eintracht in der Schweiz wiederhergestellt würde, und wie gerne der König dazu behülslich seinwollte. Hierauf antwortete Bern mit vieler Klugheit und ohne
«•) Eic. Bd. v, S. 191.