Band 
Zweiter Band.
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Ansichten des @t. Saphorin über den Brief von du Lüc. 383

wozu dü Lüc die begonnene Unterhandlung benutzen wolle; dennunter allein Wortgepränge sehe man doch klar, daß er der Haupt-sache nach sagen wolle, wenn Jhro Erzellenzen alle andern Ver-bindungen aufgeben, sich gänzlich dem König von Frankreichüberlassen und sich unter seinen ausschließlichen Schutz begeben,so werde der Graf dü Lüc sich dafür verwenden, die Einigkeitin der Schweiz wieder herzustellen, insofern man nämlich die-jenige Nachgiebigkeit zu Gunsten der katholischen Kantone zeige,die er erzwingen will. Der General sei überzeugt, daß die ent-schiedensten Anhänger des Ambassadors seinem Brief keinen andernSinn geben könnten. Es scheine ihm, nachdem man solche Be-weise von der Abneigung des Ambassadors gegen die protestan-tischen Kantone erhalten habe, und da man'an den Verpflich-tungen kaum zweifeln könne, die er gegen die katholischen Kan-tone übernommen hat, so sollte man gegen ihn größeres Miß-trauen haben, als gegen irgend Jemanden; hauptsächlich abersollte man ihm jeden Verwand abschneiden, der ihm ein Rechtgeben könnte, sich in die innern Angelegenheiten der Schweiz zumischen. Wenn man sich der Folgen, welche seine Reden beider letzten allgemeinen Tagsatzung in Baden gehabt haben, fernerder Verwendung der Königin von England, und endlich derSchritte erinnert, zu welchen seine Reden die löblichen Kantoneveranlaßt haben, so sollte man wohl für einige Zeit einen sogefährlichen Vermittler beseitigen; aber der Schritt, den manletzthin gethan habe, wecke wieder alle seine Plane auf undliefere ihm neue Gelegenheit, seinen Hof dafür zu stimmen.Wenn man auf dem Vorsätze beharre, den Katholiken nichtsvon Dem zurückzugeben, was sie durch den Frieden von Aarauabgetreten haben, warum man dann dem französischen Ambassa-dor Gelegenheit gebe, seine eigenen und die Hoffnungen derKantone in dieser Beziehung wieder zu beleben? Und selbst wennman einige Nachgiebigkeit gegen sie haben wollte, ob es nicht