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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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genügt, ihm eine gerechtere Würdigung zu Tlieil werden zu lassen.Erst ganz neuerdings hat Lehautcourt den Muth dazu gefunden. 1 )

Dem alten Freiheitshelden geheime, unlautere, auch nur ehr-geizige Beweggründe für sein Verhalten unterschieben zu wollen,hiesse ihm schweres Unrecht thun. Der Mann, der, im Jahre 1860Herr des Königreichs beider Sizilien, es ohne jeden Vortheil fürsich dem Könige Viktor Emanuel übertrug, besass unleugbar einenCharakter von vollkommener Selbstlosigkeit. 2 ) Was hatte er Ver-lockendes in Frankreich zu erwarten? An seinem Ruhm, den erin der alten wie in der neuen Welt sich errungen, konnte er dorthöchstens einbüssen; nach Beichthum hatte sein Herz nie begehrt,als armer Einsiedler lebte er auf Caprera. Nein, nur ideale Ge-sichtspunkte leiteten ihn. Der Begriff der Bepublik ging ihm überden des Vaterlandes: die Bepublik, das Ziel seines Lebens, war inFrankreich bedroht; um sie zu retten, vergass er das von diesemStaate seinem Vaterlande angethane Unrecht und die diesem vonDeutschland erwiesenen Dienste. Befreiung der Menschheit vondem tyrannischen Einfluss der bevorzugten Gesellschaftsklassen undAbschüttelung des Joches, mit dem der Fanatismus der Priester-kaste die Menschheit knechtete: 3 ) das waren die Ziele, zu derenErreichung sich Garibaldi für die geeignete Persönlichkeit hielt.Er kannte aus seiner Vergangenheit den Zauber, den er seit Mittedes Jahrhunderts auf die freiheitsdurstigen Seelen aller Völker aus-zuüben vermocht hatte. „Garibaldi ist immer ein romanhaftesWesen gewesen. Die Jugend, auf welche das Abenteuer so vielBeiz ausübt, folgt diesem Manne mit den überschwänglichen Ge-sichtspunkten gern, denn eine weite Bahn eröffnet er für chimärischePläne, die nur von einer Einbildungskraft, die dem gesundenMenschenverstände fern steht, erzeugt werden können. Garibaldi fandhäufig unter der edeldenkenden Jugend zahlreiche Jünger; denner ist einer jener fahrenden Ritter der Vergangenheit, der über Bergund Thal sprengt, um das Unrecht zu sühnen und die Unterdrücktenzu vertheidigen . . . Der grösste Vorwurf, den man Garibaldimachen kann, besteht darin, dass er im gereiften Alter und selbstals Greis die nämlichen Regungen einer allzu begeisterungsfähigenSeele beibehalten hat, welche bestrebt ist, traumhafte Pläne, dieFrüchte der Ausgeburt eines träumerischen und immer zu jungenGeistes, in die Wirklichkeit zu übersetzen.“ 4 ) Diese dem Idealenund Optimistischen zugeneigte Gesinnung hatte einen anderen, füreinen Oberbefehlshaber oft verhängnissvollen Fehler im Gefolge,

i) L. N. 37 ff. - 2 ) Ebd. 12. - n ) Mid. 40. — 4 ) Edb.