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dürfte, und dass einzige Mittel, Welches ihn daran verhindernkonnte, war das von ihm angewandte. Es bestand darin, dass,während man Garibaldi mit Schmeicheleien umstrickte und ihmsogar Soldaten überwies, ihm niemals ein wirkliches Heer an-vertraut, niemals ein französischer General unter seineBefehle gestellt wurde.„Einige Hitzköpfe wollten ihn gern ander Spitze unserer sämmtlichen Kräfte im Osten sehen“, schriebGambetta am 19. Oktober an Jules Favre, s ) „aber ich habe für ihnstandhaft die Eigenschaft als Oberbefehlshaber der Freiwilligenfestgehalteu.“ Eine so schiefe Stellung gab aber den Anlass zuSchwierigkeiten und Reibereien ohne Ende. Garibaldi hatte sichbisher bei allen seinen Kriegszügen einer vollkommenen Selbst-ständigkeit und Unabhängigkeit erfreut, ohne sich jemals unter-ordnen zu müssen. Er verlangte daher auch in Frankreich denOberbefehl über ein selbständiges Heer und beanspruchte, im Vollbewusstsein seines Werthes als historische Persönlichkeit vonNiemandem einen Befehl empfangen zu müssen. Gambetta glaubtesehr schlau zu handeln, wenn er ihm die Führung über die zuChambery sich sammelnden Freiwilligen anbot: Garibaldi behieltdadurch seine Unabhängigkeit und eine Berührung mit den fran-zösischen Heeren wurde vermieden; jener aber fühlte sich aufsTiefste beleidigt und drohte, auf Bordones Antrieb, mit seinerRückkehr nach Caprera, wohl wissend, dass dies das geeigneteMittel war, die Machthaber einzuschüchteru, und diese nahmenwirklich an, dass, nach der Begeisterung, mit welcher Garibaldiin den grossen Städten empfangen worden war, zu urtheilen,seine Abreise das Zeichen zu Aufständen geben würde. Zummindesten hegten sie die „Besorgniss, sich die Zuneigung derfortgeschrittenen Parteien, welche zu schonen sie sich immerfortbemühten, zu entfremden .“ 4 ) In Folge dessen schuf Gambettafür ihn „das Kommando über alle Freikorps im Gebiet der Vogesenvon Strassburg bis Paris“, ein Name — ein leerer Schall, derGambetta nicht abhielt, während des ganzen Feldzugs seiner An-sicht treu zu bleiben. „Anstatt der von Garibaldi geträumtenMitarbeit (collaboration) herrschte ein stummer Kampf. Er mussteZugeständnisse mit Gewalt an sich reissen, Gambetta wich nurSchritt für Schritt.“ 5 )
Freycinet, die rechte Hand des Letzteren in seiner Eigenschaftals Kriegs-Minister, wusste seines Herrn und Meisters Absichten
') Bo. 241. — 2 ) E. p. IV. 39. — 3 ) Dum. 79. — “) L. N. 90. —
5 ) Dor. 85.