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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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ihm dienen. „Jedermann lehnte ab, Herr Keller lehnte ab, HerrHourras lehnte ab. Eine legion bretonne unter Führung des HerrnDomalain ergriff die erste Gelegenheit, um sich zu entfernen.“ ')So war das Kriegs-Ministerium wiederholt in Verlegenheit, wie esseine Versprechungen in Betreff von Ueberweisungen von Truppenerfüllen sollte. Am 14. Dezember musste Freycinet an Gambettaberichten: „Was Garibaldi betrifft, so unterliegt es ganz besonderenSchwierigkeiten, ihn zu verstärken. Die Mehrzahl der Mobilisirten,an die ich mich wende, weigert sich rundweg, zum General zustossen. So eben erhalte ich noch eine unumstössliche Weigerungvon Besangon“ u. s. w. 2 )

Wenn alles bisher Gesagte die Erwartungen auf Garibaldis,Wirksamkeit recht tief zu stimmen geeignet war, so wurde dieletztere durch seinen körperlichen Zustand fast ganz in Fragegestellt. Die Anstrengungen und Aufregungen seines abenteuer-lichen Lebens und langjährigen Aufenthalts in Süd-Amerika warenauf den Körper des erst 63jährigen Mannes nicht ohne Einflussgeblieben. 1870 litt er schwer an der Gicht und konnte nur anzwei Krücken gehen; an Besteigen eines Pferdes war nicht zudenken; als er in den Gefechten vor Dijon Ende Novembers esversuchte, fiel er hinunter; er war also im Marsch und Gefechtauf den Wagen angewiesen. Seine Finger waren geschwollen unddurch Schmerzen so gekrümmt, dass er kaum seinen Namen zuunterzeichnen vermochte. Um so mehr muss man seine Willens-kraft bewundern, die ihn abhielt, unter diesen Umständen die Flinteins Korn zu werfen. Anfangs Januar hatte er einen so heftigenGichtanfall, dass man für sein Lehen fürchtete.

Dieser Gesundheitszustand erklärt zur Genüge, dass dem altenGondottiere der Trieb, der Schneid fehlte, kühne, abenteuerliche,heimliche Nachtmärsche und Ueberfälle in grossem Massstabe, wieer sie in früheren Zeiten ausgeführt hatte, zu unternehmen unddass er der Aufgabe, zu welcher man ihn im vorliegenden Fallevorzugsweise für geeignet hielt — den Flankenmarsch der Man-teuffelschen Armee zu hemmen und zum Stehen zu bringen —nicht mehr gewachsen war. Sein körperliches Leiden beeinträchtigteseine Thätigkeit bis zur Unthätigkeit. Die Schmerzen verurtheiltenihn tageweise zu vollständigster Kühe; der Feind wartete aber nichtauf ihn; ohne seine persönliche Anwesenheit war die Vogesenarmee,wie er wohl wusste, nicht im Stande, eine grössere Bewegung vor-

!) Maz. a. a. 0 . 765- — 2 ) Per. II 498 No. 5694.